Flüchtlingshilfe 2.0

"Ich bin verzweifelt. Weil ich helfen möchte und Sie mich nicht lassen". So schrieb die österreichische Bloggerin Madeleine von DariaDaria heute in ihrem offenen Brief an das Innenministerium. Sie steht symbolisch für eine ganze Reihe an Frauen, die in den letzten Wochen auf Social Media sehr viel Einsatz für die Flüchtlinge zeigten.

Das Internet wird dieser Tage überflutet von der Flüchtlingsproblematik in Traiskirchen. Vielerorts liest man über Aufrufe zu Spenden oder Solidaritätsbekundungen. Es gibt aber auch Seiten oder Kommentare, deren Inhalte an Menschenverachtung kaum zu übertreffen sind.

Allerdings hat sich über Social Media in kürzester Zeit auch eine Kampagne der Hilfsbereitschaft und des Tatendranges entwickelt, die vielfach von Frauen ins Leben gerufen wurde. Viele von ihnen fahren seit Wochen, mitunter täglich, nach Traiskirchen, vernachlässigen ihre Jobs oder schließen gar ihr Geschäft, um den Flüchtlingen zu helfen.


Es ist noch nicht genug

1.+2. Sophie Pollak und Renate Hornstein

Als eine der ersten entschied sich Sophie Pollak, Inhaberin der Boutique We Bandits in der Wiener Theobaldgasse, ihr Geschäft vorübergehend zu schließen und täglich mit Spenden nach Traiskirchen zu fahren. Mittlerweile hat sich daraus eine große Initiative namens happy.thank you.more please entwickelt, die sie gemeinsam mit Renate Hornstein betreut.

Der Reinerlös der Aktion "Schweigeminute" (hier mehr dazu), kommt ebenfalls der Initiative der beiden zu gute.


Zuschauen reicht nicht

3. Madeleine Alizadeh

Zu den wohl bekanntesten Helferinnen zählt die Bloggerin Madeleine Alizadeh von DariaDaria. Seit Wochen engagiert sie sich für Flüchtlingsfamilien in Traiskirchen, ruft zu Sachspenden auf, führt Bericht über die elenden Zustände im Aufnahmezentrum. Mittlerweile hat sie die Internetseite sachspendentraiskirchen.at ins Zusammenarbeit mit der Manufaktur für neue Medien ins Leben gerufen, auf denen man nachsehen kann, was und in welcher Menge, in Traiskirchen gebraucht wird.

Ihr Video "Ich muss dir etwas sagen", das sie im Zuge der Situation im Asylheim aufnahm, wurde 500 Mal auf Facebook geteilt und 30 Tausend Mal auf YouTube angesehen.

Screenshot YouTube

Hier können Sie das Video ansehen.


Heute schrieb sie einen offenen Brief an das Innenministerium als Reaktion auf das Schreiben der Mitarbeiter des Ministeriums vom 17.August. Der emotionale Brief wurde mittlerweile von Nachrichtensprecher Armin Wolf auf Twitter geteilt und bereits von mehrern Internet-Portalen veröffentlicht.

4. Lilly Egger

Der Aktion von DariaDaria schloss sich auch Lilly Egger, Gründerin des Wiener Labels Kitsch Bitch, an. Auch sie unterstützt auf ihrer Facebook Seite die Flüchtlingsinitiativen und fährt selbst nach Traiskirchen, um zu helfen. Spenden können bei ihr im Shop abgegeben werden und werden nach Traiskirchen gebracht.

Flüchtlinge, willkommen in Österreich!

5. Katha Schinkinger

Katha Schinkinger gehört zum Team "Refugees Welcome to Austria". Dieses kommuniziert ebenfalls über Facebook und hatte bereits Anfang Juli mehrere Tonnen an Hilfsgütern gesammelt, wie orf.at berichtete. Immer noch werden vom Verein unermüdlich Spenden verteilt und an die Flüchtlinge übergeben.

Eine Welle der Solidarität breitet sich seit Monaten, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, unter dem Hashtag #refugeeswelcome aus. Der Wiener Sportklub machte erst vor kurzem mit seinem neuen Trikot "Refugees Welcome" Schlagzeilen und unterstützt so medial die Aktion.

Auch viele Instagram User schließen sich der Idee an und posten Bilder mit verschiedenen Wiener Wahrzeichen und dem Flüchtlingssymbol auf ihren Profilen um auf die Problematik aufmerksam zu machen:

Wiener Staatoper

DC Tower

Wiener Donaukanal


Diese Frauen stehen stellvertretend für viele in Österreich, die sich für Flüchtlinge einsetzen, die nicht nur zuschauen sondern auch handeln. Sie inspirieren täglich viele, sich zu engagieren und den Flüchtlingen das Gefühl zu geben, ja - ihr seid willkommen!

 

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