Flüchtlinge: Umdenken dank Facebook-Aktion

Die isländische Regierung möchte gemäß ihrer Flüchtlingsquote nur 50 Menschen aufnehmen. Zu wenig, findet eine isländische Autorin und startet eine vorbildhafte Facebook Initiative, die nun die Regierung zum Umdenken brachte.

Kleine Idee - ganz große Wirkung. Nachdem die Regierung Islands ankündigte lediglich 50 syrische Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, rief die isländische Autorin Bryndis Bjorgvinsdottir eine Aktion auf Facebook ins Leben und appelierte an alle, privat Flüchtlinge bei sich aufzunehmen.

Innerhalb von 24 Stunden, so berichtet der Daily Paragraph, sagten über 10 000 Menschen ihre Hilfe zu. Bei einer Gesamt-Einwohnerzahl Islands von 300.000 ist das eine beachtliche Zahl.

Im Minutentakt schreiben Menschen aus aller Welt an die Pinnwand des Facebook Events, um ihre Solidarität auzudrücken, ihre Hilfe anzubieten oder eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Viele wollen bei der Integration helfen, Sachspenden abgeben oder Sozialhilfe anbieten.


Auch einige Flüchtlinge haben mittlerweile ihren Dank an die Organisatorin ausgesprochen. So schreibt dieser Syrer etwa:

"Da ich selbst aus Syrien stamme, fühle ich mich dazu verpflichtet mich bei Frau Bjorgvinsdottir für ihre Initiative zu bedanken, sowie natürlich auch bei allen anderen Isländern, die ihre grenzenlose Hilfe angeboten haben und nicht zu vergessen allen anderen Menschen weltweit, die so positiv auf diese Aktion reagiert haben und ihre Hilfe anbaten.
Es ist wirklich schön zu wissen, dass es noch Menschen wie euch gibt, wenn viele Syrier bereits geglaubt haben, dass man sie in Europa vergessen hat.
Ich möchte mich einfach bedanken und schätze wirklich alle eure Bemühungen, egal wie sie ausgehen werden. Denn der wahre Erfolg liegt darin, dass sich bei dieser Aktion gezeigt hat, dass es Menschen wie euch gibt, die wirklich versuchen zu helfen.
Danke euch!"

Auch die Autorin selbst möchte Flüchtlinge bei sich aufnehmen: "Ich denke die Menschen hatten genug davon täglich die traurigen Nachrichten aus den Mittelmeer-Gebieten und den Flüchtlingscamps zu sehen. Sie möchten, dass jetzt etwas getan wird.", so Bjorgvinsdottir im öffentlichen TV RUV.

Mittlerweile hat auch die isländische Regierung eingelenkt. Im Interview mit RUV meinte die Sozialministerin Islands Eyglo Hardardottir, dass die Angebote der Zivilbevölkerung, Flüchtlinge aufzunehmen, nun von den zuständigen Behörden geprüft werden. Konkrete Zahlen wolle man aber noch nicht nennen.
Die isländische Zeitung Island Review berichtete, dass die Regierung die geforderten Zahlen von mehreren Tausend Flüchtlingen zwar für unrealistisch hält, dass man jedoch mehr tun wolle, um auf das Problem zu reagieren. Man müsse nur noch herausfinden, wie man nun am besten reagieren kann.


 

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