Florian Danner: "Traut euren Männern mehr zu!"

Papas sollten sich im neuen Jahr auf Neues einstellen. Es gäbe da nämlich einen Vorsatz, den sich Mamas 2019 vornehmen könnten, sagt Papa Kolumnist Florian Danner.

Florian Danner

Man kann sich ja vieles vornehmen, wenn ein neues Jahr beginnt. Raucher etwa könnten ab dem Jahreswechsel keine Zigaretten mehr kaufen, sondern einfach schnorren. Schüler könnten WhatsApp-Nachrichten nur mehr an Menschen schicken, die nicht im selben Raum sind. Wunderbar wäre auch ein Vorsatz für alle, die im abgelaufenen Jahr mit ihrem Gewicht unzufrieden waren: Kaufen wir uns einfach eine bessere Waage -die alte zeigt nicht das Gewünschte an. Cooler klingen da beispielsweise schon die Neujahrsvorsätze von Facebook- Gründer Mark Zuckerberg aus den letzten Jahren. Er hat sich einst ja vorgenommen, Mandarin, den häufigsten Sprachdialekt in China, zu lernen und mindestens eine Nacht in jedem der 50 US-Bundesstaaten zu verbringen.

Die österreichische Variante

Ich gebe zu, ich wollte es ihm gleichtun. Meine rot-weiß-rote Zuckerberg-Version -innerhalb eines Jahres in jedem österreichischen Bundesland geschlafen zu haben -ist auch fast erreicht. Ausgerechnet Wien -die Stadt, in der ich arbeite -ist sich nicht ausgegangen. Während sich Zuckerberg allerdings täglich zwei private Mandarin-Einheiten gegönnt hat, habe ich mich für einen Onlinekurs angemeldet. Ich kann jetzt zumindest auswendig "Wo bù huì shuo zhongwén" sagen. Übersetzt: "Ich spreche kein Chinesisch." Neujahrsvorsätze liegen mir aber auch wesentlich mehr, wenn ich mir welche für andere ausdenken kann. Vielleicht wäre es sowieso klüger, würde man diese Vorhaben für ein neues Jahr nicht für sich selbst treffen. Die Umsetzungsrate der selbst auferlegten Neujahrsvorsätze ist ohnehin meistens schon Mitte Jänner beschämend weit unten.

Wir können das auch!

Auch, wenn manche Mütter jetzt vielleicht mit Gegenargumenten über mich herfallen, habe ich einen Vorschlag für das, was sich Mamas im neuen Jahr vornehmen sollen:

Traut euren Männern mehr zu! Ja, wir können anatomisch kein Kind zur Welt bringen. Und auch zum Stillen fehlt uns die körperliche Voraussetzung. Aber alles andere kann auch ein Papa! Vielleicht wickeln wir beim ersten Mal ein Kind so, dass es ewig dauert und am Ende nicht alles in der Windel bleibt.

Vielleicht gewöhnen wir unseren Kindern den Schnuller ab, indem wir eine Waldexpedition zum Schnullerbaum machen und mit Schlammspuren und Kratzern zurückkommen. Und vielleicht sind manche Dinge im Wohnzimmer etwas anders sortiert, wenn wir ein ganzes Wochenende allein mit den Kindern verbringen, weil Mama ein Mädelswochenende macht. So what!

Traut uns was zu. Viele Papas wollen eigentlich mehr machen. Und die anderen darf man ruhig freundlich dazu drängen. Im schlimmsten Fall hat Papa nach einem Kinderwochenende ohne Mama einen Arzttermin. Aber auch Kreuzschmerzen lassen sich heilen. Und ein bisschen mütterliche Schadenfreude ist spätestens seit der Erfindung des Männerschnupfens ja erlaubt.

 

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