Fitnesstrainer versucht Kundin durch Body-Shaming zu gewinnen

Eigenwillige Werbung kann ja manchmal funktionieren. Das Body-Shaming eines Fitnesstrainers hat ihm statt einer neuen Kundin aber nur eine großartige Lektion in Sachen Body-Positivity beschert.

Bräute, das weiß man inzwischen schon, sind ein wunderbar dankbarer Absatzmarkt. Man versucht ihnen richtig viel Zeug für DIESEN Tag andrehen: Dekoration, Geschenke für Brautjungfern und natürlich alles, was irgendwie mit dem Körper der Braut zu tun hat. Der soll immerhin makellos wunderschön sein - den was könnte am Hochzeitstag auch wichtiger sein, als dass der Körper der Braut den aktuellen Schönheitsidealen entspricht.

So sieht das jedenfalls ein unbekannter Fitnesstrainer. Er hat Cassie Young, Digital Director einer US-amerikanischen Radioshow und Braut in spe, auf Twitter seine Dienste angeboten. Um sie "für ihre Hochzeit in Form zu bringen." Young hat - sehr höflich - abgelehnt. Das wollte der Mann aber nicht einsehen. Auf Facebook hat sie die eigentümliche Unterhaltung gepostet.

"Ich weiß, du willst so gut wie möglich an deinem Hochzeitstag aussehen!" schreibt der Trainer auf ihre Absage hin. "Wenn du nicht mich engagierst, dann engagiere jemand anderen. Diese Bilder sind für die Ewigkeit. Deine Urenkel werden diese Fotos noch haben!"

Cassie Young hält dem Mann einen großartigen Vortrag. Über Body-Positivity, ihren schwierigen Weg zur Selbstakzeptanz und die gesellschaftliche Ideen von Schönheit. "Gesundheit ist das eine, und ich arbeite echt daran. Aber soll ich mich echt für meine Hochzeitsfotos schämen, weil ich angeblich 'fett' bin und sich jemand in hundert Jahren über mich lustig machen könnte? Schei* drauf!"

Nicht, dass der Mann das irgendwie versteht. "Du kannst akzeptieren wie du aussiehst aber du kannst damit keinesfalls glücklich sein. Du solltest dich nicht selbst belügen." Und dieser Brocken Weisheit: "Niemand möchte akzeptieren, wie er in seinen Hochzeitsfotos aussieht. Jeder will damit glücklich sein!" Er offenbart eine ganz eigene Interpretation der Body-Positivity-Bewegung. "Ich wünschte, die ganzen Menschen mit ihrer Selbstakzeptanz würden einfach akzeptieren, dass sie nicht glücklich sind mit ihren Körpern," schreibt er und meint offenbar, dass niemand, der nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, glücklich sein kann. Fat-Shaming existiert für ihn ebenfalls nicht: Man könne jemanden nur mit beschämenden Aussagen verletzen, der ohnehin wüsste, dass sein Lebensstil falsch sei und sich bereits schämen würde.

Braut reagiert perfekt auf Fat-Shaming von Fitnesstrainer

Cassie Young lässt sich jedenfalls nicht beirren: "Ich schäme mich nicht. Du bekräftigst dieses gesellschaftliche Problem und ich weigere mich, dieses Spiel zu spielen. Ich weise deine Denkweise, die an Oberflächlichkeiten und Aussehen festhält, zurück und nehme meine eigenen Gesundheitsziele an."

Zu seinem geldgierigen Fat-Shaming sagt sie richtig: "Menschen wollen nicht von dir gefatshamed werden, weil es VERDAMMT GEMEIN IST jemanden wegen seines Aussehens verletzten zu wollen. Es ist besch*ssen, das zu tun und noch besch*ssener ist es, jemanden davon überzeugen zu wollen, um einen Profit zu machen. Leg dir Moralvorstellungen zu!"

 

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