Finger weg von diesen Sonnencremes

Ist Sonnencreme gefährlicher als die Sonne selbst? Die Debatte um hormonaktive Filter in Sonnenpflege, schürt diese gewagte Behauptung. Wir haben die Facts!

Wir Konsumentinnen habe es echt nicht leicht. Einerseits sollen wir vertrauen, dass Pflegeprodukte, die in den Handel kommen geprüft und sicher sind. Andererseits häufen sich pünktlich zu Sommerbeginn Schreckensmeldungen von hormonaktiven oder allergieauslösenden Substanzen in unserer Sonnenpflege. Um hier den Überblick zu bewahren, muss man erst einmal wissen, wie Sonnencremes überhaupt wirken.

Durchblick im Filter-Dschungel.

UV-Filter verhindern, dass UV-Strahlen die Haut schädigen. Chemische Filter machen das, indem sie Licht in Wärme umwandeln, physikalische indem sie das Licht wie kleine Spiegel reflektieren. Moderne Sonnencremes kombinieren für den optimalen Schutz einen Vielzahl von Filtern. Verwirrend für uns Laien: UV-Filter haben extrem komplizierte, chemische Namen und es gibt immer wieder neue Studien, die besagen, dass nicht alle verträglich sind. Einige chemische Filter sollen ein erhöhtes Allergiepotential haben oder stehen im Verdacht, in den Körper zu gelangen und dort hormonell zu wirken, was auch Auswirkungen auf Sexualverhalten und Fruchtbarkeit haben kann oder sogar ein hormonell bedingtes Tumorwachstum begünstigen könnte.

Wir von der WIENERIN Beautyredaktion vertreten hier die Auffassung: Im Zweifelsfall auf Nummer sicher gehen. Die folgende Liste, soll dir die Kaufentscheidung erleichtern.

Das sind die Guten:

Bei folgenden chemischen Filtern ist das Allergiepontential gering und es besteht keine Hormongefahr:

Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S)
Drometrizole Trisiloxane (Meroxyl XL)
Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid (Mexoryl SX)
Ethylhexyl Triazone (Uvinul T 150)
Butyl Methoxydibenzoylmethane (Avobenzone)
Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate (Uvinul A Plus)
Diethylhexyl Butamido Triazone (Iscotrizinol)
Phenylbenzimidazole Sulfonic Acid (Enzulisol)

Das sind die Bösen:

Finger weg von Sonnencremes, die folgende Filter enthalten. Zwar wurden auch sie irgendwann als sicher eingestuft. Allerdings häufen sich Studien, dass ein allergenes oder hormonaktives Risiko bestehen könnte.

Benzophenone-3, Benzophenone-4, Benzophenone-5, 4-Methylbenzylidene Camphor, Homosalate, Octocrylene, Octyl Methoxycinnamate

Übrigens zahlreiche Kosmetikfirmen haben bereits reagiert und ihre Produkte vorsorglich umformuliert und verzichten auf die oben genannten kritisch diskutierten Inhaltsstoffe.

Sind natürliche Filter eine Lösung?

Manche Konsumentinnen umschiffen die Gefahrenzone auch großräumig, indem sie auf Naturkosmetik-Sonnencremes umsteigen. Diese enthalten - wie auch alle Baby Sonnencremes - ausschließlich mineralische Filter wie Zink oder Titanium Dioxide. Diese bleiben auf der Hautoberfläche liegen und reflektieren das Sonnenlicht und sind garantiert nebenwirkungsfrei. Ihr Nachteil: In traditionellen Texturen schmieren und weißeln sie und man schwitzt damit stärker. Moderner sind feinst vermahlene Nano-Partikel von Titandioxid oder Zinkoxid, die wesentlich angenehmer aufzutragen sind. Allerdings schützen diese kleineren Partikel auch schlechter gegen UV-A-Strahlen, sodass ein mineralischer Filter allein oft nicht mehr ausreicht, um gegen alle Lichtspektren des Sonnenlichts zu schützen. Und zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Nanopartikel (steht auch als nano gleich hinter dem Filternamen auf der Packung). in den Körper eindringen und Stoffwechselprodukte stören. Also auch sie sind nicht unbedenklich und werden deshalb von führenden Naturkosmetikfirmen wie Weleda oder Ringana bewusst gemieden.

Vielleicht sollte man den weißen Schleier auf der Haut also einfach positiv bewerten. Der aktuelle Slogan der Weleda Sonnenpflege lautet: „Natürlichen Sonnenschutz sieht man!“

Fazit: Die Vielzahl an UV-Filtern ist ein hochkomplexes Thema. Wer aber genau hinschaut, kann schon einen großen Schritt Richtung verträglichem Sonnenschutz machen.

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