Filmkritik: Dead Man Down

Salz auf die Wunde? Ein paranoider Mafiaboss, ein mysteriöses Mord-Puzzle und zwei Racheengel (Colin Farrell, Noomi Rapace), die sich verbünden. Liebe war dabei nicht eingeplant ...

Der traurige Mann im Apartment gegenüber hat ein düsteres Geheimnis. Die Frau auf der anderen Seite der Straßenschlucht kennt es. Sie hat ihn heimlich beobachtet und ihn dabei mit dem Handy gefilmt.

Victor (Colin Farrell) gibt vor, beruflich mit Immobilien zu tun zu haben. In Wirklichkeit erledigt er für Mafiaboss Alphonse (Terence Howard) die Drecksarbeit. Dass er lügt, erkennt man an seinem leeren Blick. Dass er die Verabredung mit Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace) nicht besonders geniesst, auch. Ahnt Beatrice was? Jedenfalls fackelt sie nicht lang. Beatrice ist keine Frau für Spielchen. Sie weiß, dass Victor in seinem Appartement einen Kerl umgelegt hat und will ihn erpressen. Als Gegenleistung für ihr Schweigen erwartet Beatrice nur eine Klitzekleinigkeit: Victor soll den Mann ermorden, der Beatrice vor Jahren in eine Autounfall verwickelt hat. Beatrices linke Gesichtshälfte ist seitdem von Narben entstellt. Die Kinder auf der Straße bezeichnen sie als „Monster".

Dead Down

Ein waschechtes Monster ist aber auch Victors Chef Alphonse. Wenn Mieter aus Objekten, die er führ seine Immobilienspekulationen braucht, nicht weichen, lässt er sie einfach umnieten. Blut klebt an Alphonse Händen. Seine Gleichmut weicht langsam einer berechtigten Paranoia. Ein mysteriöser Mörder schickt ihm seit einiger Zeit unheimliche Botschaften und ab- und zu auch ein paar Leichen seiner Männer. Alphonse steht also auf der Abschussliste eines Wahnsinnigen, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint ...

Wenn der dänische Filmregisseur Niels Arden Oplev (Regisseur von Stieg Larssens "Verblendung") sein Hollywood-Debüt gibt, ist es völlig klar, wen er in der Hauptrolle sieht: Noomi Rapace die Originalbesetzung von Lisbeth Salander, „seinen Star“ aus Verblendung. Rapace in Kombination mit dem durchtrainierten Iren Colin Farrell ist das Traumpaar trauriger Augen(blicke), cleverer Schachzüge und gnadenloser Rache.

Abgesehen von der fehl besetzten Isabelle Huppert, die mit Gurkenmaske und selbst gebackenen Keksen als Beatrices französische Mutter durch die bitterböse Handlung stolpert, sind auch die Nebenrollen spitzenmäßig besetzt: Armand Assante als böser Großinvestor und Dominic Cooper als Gangmitglied mit Spürsinn und vorauseilendem Gehorsam, machen diesen Thriller erst richtig spannend.
 

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