Festivalbesucherin wehrt sich gegen Belästiger

Auf Musikfestivals kommt es leider häufig zu Fällen sexueller Belästigung. Am neuseeländischen Rhythm & Vines Festival haben sich zwei Freundinnen eindrucksvoll gegen einen sexuellen Belästiger zur Wehr gesetzt. Eine andere Frau hat davon ganz zufällig ein Video gemacht.

Zwei Frauen besuchen zu Neujahr das dreitägige Rhythm & Vines Festival in Neuseeland. Sie genießen das warme Wetter und die ausgelassene Stimmung, eine lässt sich die Brüste mit Glitter bemalen und gemeinsam spazieren sie über das Gelände. Die eine im weißen Tanktop, die andere oben ohne, vorbei an einer Gruppe männlicher Besucher.

Einer der Männer schleicht sich von hinten an die Frau ohne Oberbekleidung heran und fasst ihr von hinten an den Busen, bevor er zu seinen Freunden zurückläuft. Die Männer lachen. Und die Frauen? Machen, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, am Ansatz kehrt und folgen dem grapschenden Mann mit der bunten Bärenmütze. Während die eine ihm nonchalant ihren Drink ins Gesicht schüttet, gibt das Opfer ihrem Belästiger drei Watschen. Getanen Werkes machen sich die beiden Frauen wieder auf ihren ursprünglichen Weg. Die ganze Szene dauert gerade einmal 12 Sekunden.

Giann Reece, eine unbeteiligte Festivalbesucherin, hat den Vorfall zufällig gefilmt und auf Facebook geladen. "Ich weiß nicht, wer du bist, Glitterbusen-Mädchen, aber du und deine kecke Freundin waren das Highlight meines Festivalbesuchs. Ich hoffe, du und deine Partybrüste sind gut nach Hause gekommen!", hat die Videografin dazu geschrieben und den Hashtag #lookbutdonttouch hinzugefügt.

Die 20-jährige Madeline Anello-Kitzmiller, oder die Frau mit den glitzernden Brüsten, sagte dem New Zealand Herald: "Ich bin am Festivalgelände spaziert und sah plötzlich diese Hand. Er hat meinen Busen gegrapscht. Ich bin also zu ihm rüber und hab ihn geschlagen. Es war ziemlich schockierend. Ich bin Liebe und Freundlichkeit gewohnt, Ausdrucksfreiheit, Gleichberechtigung."

Das ursprüngliche Posting wurde inzwischen gelöscht. Unter dem Video war eine Diskussion entbrannt, zwischen NutzerInnen, die der Meinung sind, offenherzige Kleidung würde sexuelle Belästigung rechtfertigen und Personen, die die Würde und Selbstbestimmtheit eines jeden Menschen verteidigt haben. Anello-Kitzmiller sieht sich jedenfalls im Recht. Der australischen Daily Mail sagt sie: "Ich stehe zu meiner Tat und ich hoffe, dass ich Frauen dazu inspiriere, sich wohl in ihren Körpern zu fühlen, egal wie sie aussehen, und für sich selbst einzustehen, wenn jemand etwas anderes behauptet oder versucht, ihnen das Recht zu nehmen, ihre eigenen Körper zu schützen."

"Dass ich wenig Kleidung trage, ist nicht das Problem. Das Problem sind Menschen, die glauben, sie haben ein Recht darauf, meinen Körper ohne mein Einverständnis zu berühren."

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