"Feminismus muss ein positiver Begriff werden"

Die Schauspielerin hat die Friedensnobelpreisträgerin anlässlich des Screenins ihres Films "He Named Me Malala" beim Into Film Festival zum Interview getroffen.

Emma Watson, die seit 2015 mit der UNO-Kampagne #heforshe für Gleichberechtigung kämpft, sprach mit der 18-jährigen Malala Yousafzai nicht nur über deren Engagement für das Recht auf Schulbildung für Mädchen, sondern auch über die Bedeutung des Begriffes "Feminismus". "Es ist ein schwieriges Wort", erzählte Yousafzai. "Als ich es zum ersten Mal gehört habe, hörte ich sowohl positive als auch negative Reaktionen darauf. Ich hatte Zweifel, ob ich mich als Feministin bezeichnen soll oder nicht. Nachdem ich deine (Emma Watsons, Anm.) Rede gehört habe, habe ich beschlossen, es gibt keine Alternative, und da ist nichts Schlimmes dabei, sich selbst als Feministin zu bezeichnen. Also bin ich Feministin und wir alle sollten Feministen sein, weil Feminismus ein anderes Wort für Gleichheit ist."

Im Rahmen ihrer Kampagne legt Emma Watson besonderen Fokus darauf, auch Männer für den Feminismus zu begeistern, Gleichberechtigung sei schließlich im Sinne beider Geschlechter. In ihrer ersten Rede hatte sie bereits festgestellt, dass "Feminismus zum Synonym für Männer-Hass geworden sei" und kämpft seitdem für ein Umdenken.

Nach dem Treffen mit Yousafzai fasste Watson in einem Facebook-Posting noch einmal das gemeinsame Anliegen zusammen:

Vielleicht ist 'Feministin' oder 'Feminist' nicht das am einfachsten zu gebrauchende Wort ... Aber sie (Malala, Anm.) hat es trotzdem getan. Ich denke, diese Geste ist so beispielhaft für das, was Malal und ich diskutiert haben. Ich habe bereits in der Vergangenheit darüber gesprochen, welch kontroversielles Wort 'Feminismus' ist. In letzter Zeit habe ich aber auch gelernt, welch polarisierende Bewegung er ist. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel. Lassen wir es nicht zu, dass man davor Angst haben muss, sich als 'Feminist' zu bezeichnen. Ich möchte, dass daraus eine offene Bewegung für alle wird. Lasst uns einander die Hände reichen und gemeinsam etwas bewegen, eine echte Veränderung. Malala und ich sind uns ziemlich einig, aber wir schaffen es nicht ohne euch.
von Emma Watson auf Facebook


Das Posting und das Interview-Video in voller Länge:

Today I met Malala. She was giving, utterly graceful, compelling and intelligent. That might sound obvious but I was...

Posted by Emma Watson on Mittwoch, 4. November 2015
 

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