"Feminismus ist zum Synonym für Männer-Hass geworden"

Bekannt wurde sie in der Rolle der „Hermine“ in der legendären „Harry Potter“-Reihe. Zu Ruhm gelangen könnte die britische Schauspielerin Emma Watson durch ihre aktuelle Rolle: Als UN-Botschafterin für Frauenrechte hielt die 24-Jährige ihre erste Rede über Gleichberechtigung. Und hat damit mächtig Eindruck hinterlassen.

Als Emma Watson im Juli 2014 zur UN-Sonderbotschafterin der Kampagne „HeForShe“ ernannt wurde, mag mancher überrascht die Augenbraue hochgezogen haben. Die kleine Hermine Granger? Was soll die zum Thema Gleichberechtigung zu sagen haben? Sehr viel, wie Watson einige Monate später bei ihrem ersten großen Auftritt im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York bewies. Mit ihrer elf Minuten dauernden Rede erzählte die sichtlich nervöse, aber trotzdem souveräne Schauspielerin und Literaturwissenschafterin von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Feminismus.

„Mit acht Jahren war ich verwirrt, warum ich ‚bossy‘ (dt. herrisch) genannt wurde, die Jungs aber nicht. Mit 14 wurde ich zum Sexsymbol für manche Menschen und Medien. Mit 15 haben viele meiner Freundinnen ihre geliebten Sportteams verlassen, um nicht zu muskulös zu werden. Mit 18 waren meine männlichen Freunde nicht in der Lage, ihre Gefühle auszudrücken.“ Je mehr sie sich mit dem Thema Feminismus beschäftigt habe, umso mehr habe sie realisiert, dass „der Kampf für Frauenrechte zu einem Synonym für Männer-Hass geworden ist. Das muss aufhören.“

Watson wandte sich deshalb auch direkt an die anwesenden Männer und forderte sie auf, sich mit den Frauen zu solidarisieren. Denn Männer seien genauso Opfer der gängigen Geschlechterklischees, erzählt Watson. Ihr Vater sei für seine Elternrolle nie so anerkannt worden wir ihre Mutter.

Die Wichtigkeit des Themas Gleichberechtigung sei nach wie vor groß. „Kein Land der Welt kann behaupten, eine Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht zu haben“, spricht Emma Watson weiter. Ihre Rede beendet die Schauspielerin unter Standing Ovations. Ein klares Signal: Eine starke Botschaft, repräsentiert von einer starken Frau!

Mittlerweile ist sie erfolgreich mit ihrer Aufklärungskampagne "HeforShe" unterwegs. Mit ihr haben sich auch viele männliche Prominente (bspw. Eddie Redmayne) solidiarisiert und machen gemeinsam für Gleichberechtigung und Chancengleichheit auf der ganzen Welt mobil.

 

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