Fat-Shaming auf Instagram: Algorithmus bevorzugt weiße, schlanke Cis-Frauen

Komikerin Celeste Barber stellte ein Bild von Model Candice Swanepoel nach – Barbers Foto wurde zensiert, das des Models hingegen nicht, obwohl beide gleich viel Haut zeigen.

Instagram Zensur

Die Social Media-Plattform Instagram wird immer wieder wegen ihres Algorithmus kritisiert. Ein aktueller Artikel im Guardianmacht nun darauf aufmerksam, dass Instagrams automatisierte Bilderkennung schlanke Frauen bevorzugt. Nachdem Komikerin Celeste Barber ein Foto des ehemaligen Victoria’s Secret Models Candice Swanepoel nachahmte, meldeten User*innen, das Bild nicht teilen zu können. Die Begründung von Instagram: Der Beitrag verstoße gegen die Gemeinschaftsrichtlinien für Nacktheit oder sexuelle Aktivität. Swanepoels Post konnte hingegen problemlos geshared werden.

Barber: "Geht mit der Zeit!"

Auf dem Foto von Swanepoel und jenem von Barber, die durch das Nachstellen von Celebrity- und Influencerfotos auf Instagram Bekanntheit erlangte, ist de facto das Gleiche zu sehen: Eine Frau, nackt, die mit ihrer Hand ihre Brüste bedeckt. Während Barber auf ihrem Bild sogar noch einen String trägt, ist es ihr Foto, dass von Instagram zensiert wird. Das ließ die Komikerin nicht einfach durchgehen: "Hey Instagram, kümmert euch um eure Body-Shaming-Standards!", schrieb Barber. "Es ist 2020. Geht mit der Zeit!", kommentierte sie den Screenshot einer Userin, der zeigt, dass kein Sharen möglich war.

Nicht das erste Mal

Vor einigen Monaten kritisierte Plus Size-Model Nyome Nicholas-Williams, dass ihr Bild, auf dem sie ihre Brüste mit ihren Armen verdeckt, von Instagram gelöscht wurde. Da die Löschung noch dazu in der Hochphase der Black Lives Matter-Bewegung stattfand, sorgte sie für besonders viel Unverständnis. Über 60.000 User*innen solidarisierten sich mit dem Model unter dem Hashtag #IWantToSeeNyome.

#DontDeleteMyBody

Die Inhaltsmoderation bei Facebook (dem Instagram seit 2012 gehört) läuft über einen Mix aus künstlicher Intelligenz und echten Meldungen von User*innen. Gemeldete Posts werden von 15.000 Moderator*innen weltweit überprüft. Adam Mosseri, CEO von Instagram erklärte vor einigen Wochen, man wäre sich durchaus bewusst, dass es einen "algorithmischen Bias" gäbe, der existierende Vorurteile bestärkt. Instagram wolle unterrepräsentierte Gruppen deshalb künftig speziell fördern – mit besonderem Fokus auf Schwarze Nutzer*innen.

Vielen reicht das jedoch nicht: Mit dem Hashtag #DontDeleteMyBody machen Plus Size-Influencer*innen auf die Problematik aufmerksam, dass vor allem nicht-schlanke Körper von Instagram zensiert werden. Dabei teilen sie freizügige Fotos von sich – wie erwartet wurden bereits viele davon durch die Plattform gelöscht. Weil es daraufhin zu Protesten kam, entschuldigte sich Instagram bei den betroffenen Influencer*innen und stellte die Posts wieder her.

 

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