Faszientraining mit der Blackroll

Redet Ihr Physiotherapeut jetzt auch dauernd von Faszien? Kein Wunder – dieses Körpergewebe ist ein Big Player in Sachen schmerzfreier Bewegungen.

Sie kennen Ihre Muskeln vom wöchentlichen Workout.
Und so manches Gelenk meldet sich nach
Anstrengungen. Aber wo wohnen diese Faszien,
und wieso verdienen sie (endlich) mehr Beachtung? Nun, dieneuerdings so gehypten Wunderwuzzis bestehen zwar aus Bindegewebe, sind aber trotzdem weit mehr als nur Füllmaterial.

Das Fasziensystem durchzieht unseren
gesamten Körper: Es besteht aus unzähligen Kollagenfasern, umhüllt die Muskeln und verbindet sie mit Gelenken.
Wie ein Seilzug unterstützt es den Bewegungsapparat: Die Gelenke fungieren dabei als Umlenkrollen und die
Faszien als Seile. Je nach Situation geben
sie sich dabei locker, elastisch oder straff. So werden wir beweglicher und können die vorhandene Kraft optimal
ausschöpfen.

Völlig eingerostet

Die schlechte Nachricht: Wenn wir die Faszien spüren, tut’s meistens weh. Klar, sie sind ja ans Nervensystem angeschlossen. Wann immer sich eine
Körperregion steif und unbeweglich
anfühlt: Die Faszien sind zumindest beteiligt. Denn Störungen oder Verletzungen von Muskeln, Gelenken und
Nerven wirken auch auf … erraten! Und leidet unser Fasziensystem – etwa durch Verklebungen des Gewebes –, bekommen das auch andere Bauteile zu spüren. Dann brauchen die Faszien besondere Zuwendung. Als Belohnung winkt deutlich höheres Wohlbefinden – weniger Aua, dafür mehr Power.

Trainingseffekte

Die gute Nachricht: Das Fasziengewebe lässt sich trainieren – so wie Muskeln und Gelenke. Davon wird der Körper belastbarer und weniger anfällig für
Verletzungen. Denn wird ein Fasziensystem regelmäßig gefordert (etwa beim Sport), dann passt es sich an.
Dabei entstehen mehr „interne Verbindungsstellen“
– das Fasziensystem wird stabiler und hält mehr aus. Diese winzigen Änderungen spielen sich zwar
auf Ebene der Moleküle und Kollagenfasern ab, aber das Resultat ist im Alltag spürbar: Wir können uns besser bewegen und haben weniger Schmerzen –
ein Trainingseffekt, der in Physiotherapie (nach Verletzungen) und Sportmedizin die Erfolgsaussichten der
Rehabilitation puscht.

Werden die Faszien aber vernachlässigt oder überlastet, bauen sich die Strukturen ab. Der Bewegungsapparat
wird unelastischer und steifer, und die Anfälligkeit für Verletzungen und weitreichende Funktionsstörungen steigt.

Das kann Faszientraining auch noch:

  • Narben und Verwachsungen pflegen – weil die Übungen Durchblutung und Stoffwechsel fördern.
  • Cellulitis reduzieren – weil es in den tieferen Haut-, Fett- und Faszienschichten wirkt, dort, wo die Ursache für die Dellen liegt.
  • Schmerzen lindern – weil intensive mechanische Reize die vielen Nervenenden im Fasziengewebe beeinflussen.

Ich lass mich rollen!

Ideal sind Übungen, bei denen wir auf die Faszien einen moderaten und noch verträglichen Druck oder Zug ausüben. Dabei unterstützt ein einfaches Trainingsgerät
wie die Blackroll.

 

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