Fasten- und Detoxmethoden im WIENERIN-Selbsttest

Heilfasten, Basenfasten und Saftkur im Test. Was es ist, wie es wirkt und für wen es geeignet ist.

Die Fastenzeit steht vor der Tür und das bedeutet auch für Fasten- und Detoxanbieter Hochsaison. Doch halten die großen Entgiftungs-Versprechen auch dem Realitätscheck stand? Wir haben drei WIENERIN-Mitarbeiterinnen die gängigsten Fastenmethoden testen lassen.

Hier erzählen sie, wie es ihnen dabei ergangen ist und für wen die Methoden empfehlenswert sind.

Basenfasten

Online-Redakteurin Arnika Zinke testete eine Woche Basenfasten im Hotelschloss Pichlarn unter der Leitung von Fastenexpertin Ingrid Höfinger.

Was es ist:

In einer Kleingruppe ernährt man sich eine Woche lang ausschließlich von basenhaltigen Lebensmitteln. Auf feste Nahrung wird nicht komplett verzichtet, trotzdem ist Verzicht und bewusste Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Fastenwoche. Hauptnahrung sind etwa basenhaltiges Gemüse, viel Tee und Wasser. Gepaart wird die Fastenwoche mit ausreichend Bewegung, die den Entgiftungsprozess des Körpers anregt.

Kosten: € 1.035,-pro Person (pro Woche) inkl. Vollpension lt. Fastenmethodik und Betreuung von einer Fastenexpertin.

So war es:

Meine "Henkersmahlzeit", einen Lachsbagel, verspeise ich noch genüsslich am Nachmittag, bevor es am Abend zum ersten Zusammentreffen mit der Fastengruppe geht. Für die nächsten Tage stehen ausschließlich basische Lebensmittel und 2-3 Liter Flüssigkeit pro Tag auf dem Speiseplan. Beim Basenfasten entlasten wir eine Woche lang unsere Verdauung und bauen ein gesundes Säure-Basen-Gleichgewicht auf. Dank meiner kompetenten Fastenleiterin, verfliegen meine anfänglichen Zweifel rund um Kreislaufprobleme und Hunger schnell.

Das Fastenprogramm ist genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt: Den Morgen starten wir mit einem Spaziergang, der unseren Kreislauf in Schwung bringt. Anschließend folgt das Basen-Frühstück, das deutlich üppiger ausfällt, als man es sich von einem Fastenessen erwarten würde: Zur Auswahl stehen etwa Buchweizen-Brei, frische Früchte oder selbst gemachte Gemüse-Aufstriche. Anschließend stehen diverse Sportkurse wie Yoga, Pilates oder Bauch-Bein-Po auf dem Programm. Das tägliche Rahmenprogramm schließt das "Abendsüppchen" ab.

Fazit:

Die Fastenwoche endet mit einer Ernährungsberatung, die helfen soll, basenreiche Ernährung in den Alltag zu integrieren. Ich nehme viel neues Wissen über meinen Körper mit und nehme mir vor, mich auch in Zukunft basenreicher zu ernähren. Nach meinem ersten Fasten fühle ich mich wie neugeboren und weiß: Ich komme bald wieder!

Ideal für:

Anfänger und all jene, die nicht gänzlich auf feste Nahrung verzichten wollen - aber trotzdem ihrem Körper etwas Gutes tun möchten.

Detox Saft-Kur

Tanja Bredefeld aus der Creative-Solutions-Abteilung probierte eine dreitägige Saftkur beiJuice Deli.

Was es ist:

Zwar ist die Detox-Saftkur keine klassische Fastenmethode, doch gerade in der Fastezeit steht auch Detox hoch im Kurs.

[Weiterlesen: Fasten versus Detoxen: Trendcheck]

Beim Detox-Juice-Cleanse wird drei Tage lang wird auf feste Nahrung verzichtet. Stattdessen stehen bunte und gut-klingende, frisch-gepresste "Detox-Juices" am "Speise"-Plan. Je nach Belieben, können die Säfte im Vorhinein zusammengestellt werden, Anfängern werden Saftkuren von ein bis drei Tagen zum Testen empfohlen. Die Säfte werden frisch an den gewünschten Zielort (Büro oder zuhause) geliefert.
Kosten: 150€ für drei Tage

So war es:

Anfang des Jahres hatte auch ich einen neuen Vorsatz: Gesünder ernähren! Und wie kann man den Vorsatz besser einläuten als mit einer 3-tägigen, magischen Saft-Entgiftungskur?! Drei Tage Beginner-Cleanse kosten knapp 150 EUR - für diesen Preis erwarte ich mir einiges. Zugegeben, ich war von Anfang an skeptisch, ob man sich an drei Cleansing-Tagen (plus Vor- und Nachbereitungstage) tatsächlich von Grund auf "reinigen" kann.

Zu den "Säften": Die Fruchtsäfte waren lecker, die Gemüsesäfte allerdings geschmacklich eher grenzwertig. Pro Tag gab es 6x 500ml-Säfte, die im Abstand von zwei Stunden getrunken werden sollten - das war nicht immer einfach.

Tag 1: Funktionierte aufgrund der anfänglichen Motivation super, ich trank jeden Juice voller Vorfreude und hatte -entgegen meiner Befürchtungen- überhaupt keinen Hunger. Auch nicht am Abend oder in der Nacht!

Tag 2: Am zweiten Tag kannte ich bereits jeden Saft, die Neugierde war schnell dahin. Bis auf den Rote Rüben-Saft am Abend trank ich allerdings trotzdem jeden Juice. Hunger hatte ich auch an diesem Tag nicht. Mein Plan, leichten Sport zu betreiben, machten allerdings meine Schlappheit und Kopfschmerzen zunichte.

Tag 3: Die Kopfschmerzen begleiteten mich dann auch den ganzen dritten Tag und der war auch mit Abstand der schwierigste: Zwei Gemüsesäfte habe ich wegen des ekelhaften Geschmacks gar nicht erst runterbekommen. Neben den immer stärker werdenden Kopfschmerzen, hat sich ein Ausschlag rund um meinen Mund breitgemacht. Das Ende des Tages konnte ich kaum erwarten, ich war wirklich froh, dass der Tag vorbei war und ich mich mit leichter Kost am nächsten Morgen belohnen konnte.

Noch nie in meinem Leben habe ich mich so sehr auf eine Banane gefreut …und noch nie hat sie mir so gut getan!

Fazit:

Würde ich die Saftkur empfehlen? Nein, danke! Mir persönlich ist der Preis zu hoch, die Säfte (besonders jene aus Gemüse) ihren Preis nicht wert und die Begleiterscheinungen zu heftig.

Die Qual war es im Endeffekt einfach nicht wert: Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl "gecleansed" bzw. entgiftet zu sein - da belasse ich es doch lieber bei gesunder, ausgewogener Ernährung.

Ideal für:

Saftkuren sind derzeit in aller Munde und werden besonders in Blogger-Kreisen hoch-gelobt. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob ein tagelanger Nahrungsverzicht wirklich das richtige ist und bei Fragen einen Arzt oder Ernährungsexperten konsultieren! Anfänger sollten allerdings jedenfalls mit einer kurzen Saftkur starten und nichts überstürzen.

Heilfasten für Gesunde nach Buchinger

Online-Redakteurin Teresa Havlicek hat schon öfters für eine Woche geheilfastet, unter anderem bei Fastenleiterin Andrea Löw im Bildungshaus Grossrussbach.

Was es ist:

Heilfasten nach Buchinger geht auf den Internisten Otto Buchinger zurück, der 1920 die erste Fastenklinik eröffnet hat. Dabei verzichtet man mehrere Tage (mindestens fünf, man kann das Fasten aber auf bis zu drei Wochen ausdehnen) komplett auf feste Nahrung. In der Früh trinkt man Kräutertee, zu Mittag gibt es einen frisch gepressten Gemüse-/Obstsaft und abends eine klare Gemüsebrühe. Zusätzlich werden über den Tag verteilt 2 Liter Wasser getrunken. Die ganze Fastenzeit über konzentriert man sich extrem auf das Wohlbefinden des Körpers: Tägliche Bewegung, Ruhezeiten und ein Leberwickel unterstützen die Entgiftung perfekt. Die Fastenleiterin Andrea Löw gibt auch immer inspirierende Ernährungs- und Gesundheitstipps.

Preis je nach Hotel/Bildungshaus, zB im Kloster Pernegg Klosterfasten im Herbst um 799,00 € im Einzelzimmer inkl. Verpflegung und Fastenbegleitung.

So war es:

Ich habe insgesamt schon drei Fastenwochen hinter mir, und obwohl ich mittlerweile nicht mehr 19 - wie beim ersten Mal - bin, bin ich trotzdem immer bei weitem die Jüngste: Fasten scheint eher ältere Menschen und vor allem Frauen anzusprechen. Das Heilfasten verspricht eine Reinigung des Körpers und vor allem der Verdauungsorgane: Die Haut wird geschmeidig, Gedanken klären sich und Glückshormone werden ausgeschüttet. Im Idealfall baut man die Woche davor schon ab und ernährt sich leicht und basisch: Alkohol, Fleisch oder Koffein haben vor einer Fastenwoche nichts auf dem Speiseplan zu suchen.

Eigentlich hätte ich ja schon darauf vorbereitet sein müssen, aber ich war doch wieder überrascht: Bei meinen letzten beiden Fastenwochen hatte ich die ersten Tage extrem mit schweren Beinen zu kämpfen. Auch Kopfweh ist bei der Umstellung in den Fastenmodus möglich, das hielt sich bei mir aber glücklicherweise in Grenzen. Solche Begleiterscheinungen sind aber durch die Entgiftung ganz normal und vergehen nach 2-3 Tagen wieder. Nicht zu essen fällt mir überraschenderweise gar nicht so schwer: Eine Fastenwoche beginne ich mit der Attitüde, dass es jetzt ganz normal ist, nicht zu essen. Leckere Speisen kann ich ja nach einer Aufbauphase ohnehin wieder verzehren. Oder wie meine Namensgeberin Teresa von Avila einst sagte: Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebuhn, dann Rebuhn. Durch das Gruppenerlebnis fühlt man sich ein wenig durch die Woche getragen, und der Austausch hilft, alles Erlebte zu verarbeiten.

Fazit:

Je nach Interessensgebiet gibt es unterschiedlichste Angebote: Fasten mit Yoga, Qigong, Wandern, Gruppentänzen oder persönlichkeitsentwickelnden Elementen. Was jedoch immer dabei ist: ein Neuanfang, sowohl ernährungstechnisch als auch psychisch. Und man sollte auch nicht unterschätzen, welche körperlichen Wehwehchen man durch regelmäßiges Fasten und Ernährungsumstellung heilen kann!

Ideal für:

Eigentlich alle, die sich gedanklich darüber trauen, ein paar Tage nichts zu essen – es ist wesentlich weniger schlimm, als es klingt! Außerdem: Gesunde, die ihren Körper trotzdem etwas Gutes tun wollen und das ein oder andere Wehwehchen heilen möchten.

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