Fast die Hälfte aller Millennial-Frauen ist unzufrieden mit ihrem Sexleben

Eine neue Umfrage aus Großbritannien lässt nichts Gutes für unser Sexleben erahnen.

Scrollt man so durch diverse Social-Media-Feeds, entsteht schnell der Eindruck: Junge Frauen haben heutzutage das beste Sexleben überhaupt. Schließlich haben sich auch Zugang zu genialen Sex-Tipps und lernen, ihre Körper so anzunehmen wie sie sind. Glaubt man.

Denn die Realität sieht leider anders aus, wie eine aktuelle Umfrage aus Großbritannien beweist. Fast die Hälfte aller Millennial-Frauen ist nämlich unzufrieden mit ihrem Sexleben. Über 6000 Frauen wurden dafür befragt, und knapp 50 Prozent der 25- bis 34-Jährigen sagten, dass sie „wenig sexuelle Freude“ in den letzten 12 Monaten empfunden haben.

Aber warum ist das so? Die Studie gibt darauf leider keine Antworten. Aber wenn man sich die anderen Forschungen, die in der Studie zitiert werden, ansieht, wird einiges klarer. Erstens leiden 60 Prozent der Befragten unter gesundheitlichen Problemen wie etwa schmerzhaften Menstruationsblutungen. Viele haben auch sehr starke PMS-Symptome und Krämpfe - und das führt nicht unbedingt zu einem erfüllten Sexerlebnis. Angst vor sexuell übertragbaren Krankheiten kommt ebenso zu den Gründen. Unfruchtbarkeit ist auch ein Thema.

Das Tabu rund um reproduktive Gesundheit

35 Prozent der untersuchten Frauen gaben auch an, dass sie sich Sorgen um die Verhütung machen. „Ein erfülltes Sexleben zu genießen, ist wichtig für die mentale und emotionale Gesundheit von Frauen“, sagt Studienleiterin Sue Mann in einem BBC-Interview. „Unsere Daten zeigen, dass sexuelle Zufriedenheit ein Schlüsselfaktor für die reproduktive Gesundheit ist und viele Frauen sich leider keine Hilfe bei ihren gesundheitlichen Problemen suchen, weil es noch ein Stigma rund um das Thema gibt.“ Einige berichten etwa davon, dass sie sich bei Menstruationskrämpfen am Arbeitsplatz nicht trauen, den wahren Grund für ihren Krankenstand zu nennen.

Die Verantwortung für die Verhütung nicht allein den Frauen zu überlassen, wäre demnach ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Vor allem aber, so Sue Mann, müssten Frauen besser über ihre eigenen Körper Bescheid wissen, und bei Problemen rechtzeitig zum Arzt/zur Ärztin gehen - und mit ihren PartnerInnen offen darüber reden können.

Doch eine gute Nachricht gibt es immerhin: mit dem Alter steigt auch die Zufriedenheit mit dem Sexleben. Bei den 55- bis 64-Jährigen war es nämlich weniger als ein Drittel der Frauen, die von ihren sexuellen Erlebnissen enttäuscht waren. Puh!

 

Aktuell