Familienministerin ruft 3.8. zum verkehrten Frauentag aus

Frauen arbeiten noch immer viel mehr als Männer. Weil Sophie Karmasin damit unzufrieden ist, hat sie den 3.8. zum verkehrten Frauentag erklärt.

Am 8.3, dem Internationalen Frauentag, musste Bundesministerin Sophie Karmasin darauf hinweisen, dass Frauen in diesem Jahr bereits 40 Stunden Mehrarbeit im Vergleich zu Männern geleistet hätten. Diese Zahl setzt sich aus bezahlter und unbezahlter Arbeit zusammen, denn noch immer übernehmen Frauen den überwiegenden Teil der Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege.

"Verkehrter Frauentag" - sonst hat ja auch nichts funktioniert bis jetzt

„Ich erkläre den 3.8 zum „verkehrten Frauentag“ und muss feststellen, dass Frauen in diesem Jahr bereits 120 Stunden Mehrarbeit im Vergleich zu Männern geleistet haben. Die Zahl der Mehrarbeit hat sich also seit dem Internationalen Frauentag verdreifacht“, mahnt Karmasin mehr Partnerschaftlichkeit in der Beziehung von Mann und Frau ein.

„Mein Ziel Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen kann nur dann umgesetzt werden, wenn wir in Österreich die Arbeit partnerschaftlicher aufteilen. Denn nur eine ausgeglichene Aufteilung des Haushalts, der Kindererziehung sowie der Erwerbstätigkeit ermöglicht es Frauen, ihr Potential voll auszuschöpfen – sei es im Beruf oder in der Familie“, betont Karmasin.

Väter müssen endlich mehr arbeiten

In Österreich leisten Frauen im Schnitt 27 Stunden Haushalts- und Betreuungsarbeit pro Woche, Männer hingegen nur 11 Stunden. In Schweden sei die Situation wesentlich ausgeglichener, hier leisten Frauen zwar noch immer mehr (22 Stunden pro Woche), Männer seien mit 17 Stunden jedoch deutlich aktiver. Diese ungleiche Verteilung wirke sich besonders stark auf das Erwerbsleben aus. Während in Frankreich oder Schweden in 41% der Familien mit Kindern unter 15 Jahren beide Elternteile Vollzeit beschäftigt sind, sind es in Österreich nur 21%. Österreich hat im Vergleich nicht nur die höchste Teilzeitquote (44%), sondern auch den höchsten Prozentsatz an Familien in denen nur ein Elternteil arbeitet (28%).

„Frauen haben enormes Potential das oft nicht voll ausgeschöpft wird, deswegen setze ich mich für mehr Partnerschaftlichkeit in unserer Gesellschaft ein – frei nach dem Motto „Sharing is Caring“. Mit dem neuen Kindergeldkonto wird nicht nur der für Väter reservierte Teil erhöht, künftig soll es auch einen Partnerschaftsbonus in Höhe von €1.000 für Paare geben, die sich die Kinderbetreuung partnerschaftlich aufteilen. Zusätzlich wird es möglich sein direkt nach der Geburt Familienzeit zu beziehen, das ermöglicht Vätern eine engere Bindung zu ihrem Kind aufzubauen und entlastet gleichzeitig Mütter in der fordernden Zeit nach der Geburt“, betont die Familienministerin abschließend.

 

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