Familien profitieren von berufstätigen Müttern

Die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung hat die Auswirkungen der Berufstätigkeit von Müttern auf deren Kinder untersucht. Das eindeutige Ergebnis polarisiert.

Mit dem Papier "Wieviel Mutter braucht das Kind?" hat Autorin Una Röhr-Sendlmeier Analysen und Argumente für die Konrad-Adenauer-Stiftung gesammelt - und bereits mit dem Titel einen Nerv der heutigen Zeit getroffen. Denn schwangeren Frauen stellt sich bald die Frage, ob und wie schnell sie in den Beruf zurückkehren möchte - und die Antwort wird, egal, wie sie ausfällt, oftmals von schlechtem Gewissen begleitet. Inwieweit dies auf die gesellschaftlichen Forderungen an Frauen und Familien zurückzuführen ist, sei dahingestellt, Röhr-Sendlmeier hat sich für ihr viel beachtetes Papier auf die direkten Auswirkungen des berufsbedingten Fehlens der Mutter auf die Entwicklung ihrer Kinder konzentriert.

Die Ergebnisse der Studie

1. Kinder brauchen für ihre Entwicklung sichere Bindungen.

2. Ist eine Mutter-Kind-Beziehung stabil, wird sie durch einen Krippen- und Kindergartenbesuch nicht beeinträchtigt, wenn das Kind nicht vor Vollendung des ersten Lebensjahres dort untergebracht ist und die Qualität der Betreuung stimmt.

3. Die Berufstätigkeit der Mutter hatpositiven Einfluss auf Schulleistungen und schulisches Selbstvertrauen von Jugendlichen.

4. Erwerbstätige Mütter leiden unter widersprüchlichen Erwartungen zwischen Mutterbild und Anforderungen am Arbeitsplatz, was zu Rollenkonflikten und Schuldgefühlen gegenüber den Kindern führen kann.

5. Wenn Mütter berufstätig sind, steigt das Engagement von Vätern in der Erziehung und aktiven Begleitung der Kinder.

6. Die Zufriedenheit und das Wohlbefinden in Familien nehmen zu, wenn Frauen ihr Muttersein den eigenen Erwartungen gemäß gestalten können, wenn sie in der Kinderbetreuung und bei Alltagsaufgaben unterstützt werden und ihre Lebensvorstellungen umsetzen können.


Motivierte Kinder und engagierte Väter

Kinder von berufstätigen Frauen bringen der Studie zufolge bessere Noten und sind häufiger in Begabtenklassen zu finden. Als Erklärung wird eine höhere Motivation auf Grund einer realistischeren Darstellung der Arbeitswelt in der Familie angeführt.

Durch die stärkere Anteilnahme der Mutter am Berufsleben werden automatisch auch die Väter stärker eingebunden und setzen sich vermehrt mit der Erziehung ihrer Kinder auseinander. Das wiederum führt automatisch zu einer gleichberechtigen Eltern-Beziehung.


Der Nachteil: Das schlechte Gewissen der Mütter

Ein wichtiges Fazit von Studienautorin Una Röhr-Sendlmeier: Wurden Schulkinder nach ihrer Einstellung zur Berufstätigkeit der Mutter gefragt, so bewerteten sie dieses positiv. Sobald das Umfeld oder sogar die eigenen Eltern eine negative Sicht auf die arbeitende Mutter ausstrahlten, wurden die negativen Gefühle auch von den Kindern übernommen. Sprich: Lassen Mutter und/oder Vater das Kind die Schuldgefühle ob der eigenen Berufstätigkeit fühlen, fühlt sich auch das Kind schlecht.

Zur Publikation "Wie viel Mutter braucht das Kind" von Una Röhr-Sendlmeier.

 

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