Familie auf Wunsch

Wussten Sie, dass nur 1/3 der Mütter ein Jahr nach der Geburt wieder arbeitet? Diese und andere Fakten finden sich im "Generations and Gender Survey", einer Art Familienreport, für den in Österreich 5.000 Personen befragt wurden. Die besten Details.

Hotel Mama

Vor allem junge Männer bleiben in Österreich gerne noch eine Zeit lang im Hotel Mama wohnen. 39 Prozent der 25- bis 29-Jährigen Männer wohnen noch zu Hause, während es bei den Frauen nur 21 Prozent sind. Und 20 Prozent der 30 bis 34-jährigen Männer (Frauen 8 Prozent) haben ebenfalls noch kein eigenes Zuhause. Von jenen Leuten, die 2009 zum ersten Mal befragt wurden, sind bis zur zweiten Befragung 2013 die Hälfte ausgezogen, dabei wesentlich mehr Frauen als Männer.

Partnerschaft

Von den Befragten ist etwas mehr als ein Drittel verheiratet, während jeweils 20 Prozent in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft bzw. nicht mit ihrem Partner zusammenleben. Rund ein Viertel aller Befragten im Alter zwischen 18 und 49 Jahren sind derzeit ohne Partner. Vier von fünf Ehepaaren hat bereits vor der Ehe zusammengelebt. Die Hälfte aller Paare beschließt nach 3,5 Jahren Zusammenleben zu heiraten. Leben Kinder im Haushalt, sind mehr als zwei Drittel der Befragten verheiratet, weitere 21 Prozent leben in nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Rund zehn Prozent sind alleinerziehend.

Der Anteil der Paare mit getrennten Haushalten ist von 2009 auf 2013 von 19 auf 21 Prozent angestiegen. Wobei diese Art der Partnerschaft eine hohe Trennungsquote aufweist. Die Hälfte jener Paare von 2009 ist bei der zweiten Befragungswelle nicht mehr zusammen.

Kinderwunsch

Mehr als die Hälfte der Befragten sieht zwei Kinder als ideale Anzahl, ein Viertel hätten gerne drei oder mehr Kinder, zehn Prozent ein Kind und drei Prozent gar kein Kind. Die Realität 2013 schaut freilich anders aus und zeigt eine Diskrepanz zur Idealvorstellung: 40 Prozent haben keine Kinder, 26 Prozent zwei Kinder, 20 Prozent ein Kind und 13 Prozent drei oder mehr Kinder.

Weiter geht es auf Seite 2.

Das beste Alter, um Eltern zu werden

Im Schnitt waren Mütter 2012 bei der Geburt ihres erstens Kindes 28,7 Jahre alt. Dieses Alter liegt nicht weit weg von der durchschnittlichen Einschätzung, wann man Kinder bekommen sollte, nämlich bei 27 Jahren. Im Durchschnitt werden Erwachsene mit 43 Jahren als zu alt angesehen, um noch einmal Eltern zu werden und Schwierigkeiten schwanger zu werden, erwartet sich die durchschnittliche weibliche Befragte ab 40 und Männer ab 43 Jahren.

Kinderbetreuung und Haushalt

Von einem 50:50 in puncto Aufteilung Kinderbetreuung ist Österreich noch weit entfernt. So bleiben z.B. nur 16 Prozent der Väter zuhause, wenn das Kind einmal krank ist. Am liebsten engagieren sich Väter beim Spielen und beim Schlafen legen der Kinder.

Im Haushalt sind Aufgabenverteilungen bei kinderlosen Paaren weitgehende gleich, während sie sich, sobald ein Kind geboren wird, in Richtung der Mutter verschieben. Männer sind dann eher für das Finanzielle zuständig. Frauen und Männer haben aber jeweils eine unterschiedliche Einschätzung, wie viel der Partner im Haushalt macht. Ein Drittel der Paare mit Kindern ist darüber unglücklich, nur ein Viertel findet, dass die Aufteilung besser geworden ist. Besonders auffällig: Frauen - und da vor allem Frauen mit Kindern - sind deutlich unzufriedener mit dem Partner als umgekehrt.

Kinderlosigkeit

Weniger als zehn Prozent wollen kinderlos bleiben. Tatsächlich weiß man heute aus Statistiken, dass zwei von zehn in den 70er-jahren Geborenen ohne Kinder bleiben werden. Und das ist nicht geplant. Von den Befragten, die sich 2009 ein Kind gewünscht haben, haben bis dato nur 43 Prozent diesen Wunsch tatsächlich in die Tat umgesetzt. Häufig sind zwei Kinder geplant, je älter die Eltern werden, desto geringer die Wahrscheinlichkeit sich diesen Wunsch zu erfüllen. Ab einem Alter von 35 Jahren bleibt es, wenn überhaupt noch ein Kind kommt, dann meist bei einem Kind.

Zufriedenheit

Menschen mit Kindern sind zufriedener als jene ohne Kinder.

Weiter geht es auf Seite 3.

Finanzielles

Mit der Geburt des ersten Kindes sinkt das Haushaltseinkommen um 20 Prozent. Bei späteren Kindern ist der Verlust nicht mehr so groß, da viele Mütter zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Teilzeitarbeit oder Karenzgeld ohnehin schon weniger verdienen. Mit Eintritt in Kindergarten und später Schule sind wieder Anstiege zu beobachten.

Karenz

Ein Drittel der Jungmütter stieg vor dem ersten Geburtstag wieder ins Berufsleben ein. Mit Ende der 2-jährigen Karenz haben vier von zehn Müttern wieder zu arbeiten begonnen. Beim zweiten Kind kehrt die Hälfte der Mütter, die zuvor Vollzeit gearbeitet haben, spätestens nach 11 Monaten wieder ins Berufskleben zurück. Nach 25 Monaten sind es 70 Prozent. Bei Teilzeitmüttern sind es nach einem Jahr nur 36 Prozent bzw. nach 25 Monaten 60 Prozent. Mütter, die beim ersten Kind Vollzeit arbeiten, bleiben meist in Vollzeitstellen. Ein Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit findet selten statt - auch der Schuleintritt der Kinder ändert daran wenig.

Kindergarten und Hort

Für Kleinkinder bis 3 Jahre wird im Allgemeinen die Familie als für die Betreuung zuständig gesehen. Dieser Meinung sind drei Viertel der Befragen. Mit steigendem Alter der Kinder wird der Öffentlichkeit, also Kindergarten und Hort, eine immer größere Bedeutung zugeordnet.

Was wünschen sich Eltern von ihren Kindern?

Fragt man die Eltern nach Eigenschaften, die ihre Kinder haben sollten, so rangieren Toleranz und Respekt, Verantwortungsgefühl und gute Umgangsformen an den ersten drei Stellen, wobei diese Punkte für höher Gebildete wichtiger sind als für jene mit niedrigerem Bildungsabschluss. Bei Letzteren sind vor allem Fleiß und gute Umgangsformen gefragt.

Trennungskinder

Leben die Kinder nach einerTrennung bei der Mutter, so sieht zumindest jeder zweite Vater sein Kind zumindest einmal in der Woche, elf Prozent sehen sie nie und acht Prozent seltener als einmal im Monat. Ganz schlechte Chancen ihre Väter zu sehen haben Kinder, die bei der Trennung noch sehr jung waren. Je besser der Kontakt, desto zufriedener sind in der Regel auch die Väter über die Beziehung.

 

Aktuell