Fall Cyntoia Brown: Opfer von Kinderprostitution wird aus Haft entlassen

Weltweite Entrüstung folgte auf die Verurteilung von Cyntoia Brown zu einer lebenslangen Haftstrafe im Jahr 2017. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die heute 30-Jährige bereits über 13 Jahre lang in Haft verbracht. 51 weitere hätten dazukommen sollen.

2004 wurde die damals 16-Jährige für den Mord am 43-jährigen Johnny Allen verhaftet. Cyntoia Brown lebte zu diesem Zeitpunkt mit einem 24 Jahre alten Mann namens "Cut Throat" zusammen, der sie in die Prostitution gezwungen hatte und sie als ihr Zuhälter an Männer verkaufte. Auch an Allen, der sich Aussagen zufolge Brown gegenüber unberechenbar und angsteinflößend verhielt. Brown hatte Angst um ihr Leben und erschoss Allen mit einer Waffe, die sie in ihrer Handtasche trug. Browns Fall hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt. Auch zahlreiche Prominente - darunter die Schauspielerin Ashley Judd, Reality-Star Kim Kardashian und Popstar Rihanna - setzten sich für ihre Freilassung ein.

Die Freilassung nach 15 Jahren

Und der Protest hat Früchte getragen: Am 7. August soll Brown jetzt auf Bewährung aus der Haft entlassen werden. Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee hat Cyntoia Brown begnadigt: Bill Haslam begründete seine Entscheidung damit, dass die Strafe für die Frau "zu harsch" gewesen sei. Er nannte ihren Fall "tragisch und komplex". Brown dankte in einem von der Zeitung "The Tennessean" veröffentlichten Statement unter anderem dem Gouverneur und ihren UnterstützerInnen. Sie versprach, "alles zu tun, was ich kann, um euren Glauben an mich zu rechtfertigen". Brown hat in der Haft ein Studium abgeschlossen und arbeitet mit Institutionen zusammen, die sich um jugendliche StraftäterInnen kümmern.

Die US-Organisation NWLC, die sich für Frauenrechte einsetzt, schrieb, man sei erleichtert über die Begnadigung. "Aber wir wissen auch, dass ihr nichts die Jahre der Inhaftierung zurückbringen kann. Schwarze Frauen haben Besseres verdient."

 

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