Fake: Hotelkritiken

63 Prozent der Österreicher achten beim Buchen des Urlaubs auf Hotelbewertungen von anderen Internetnutzern. Der ÖAMTC warnt jetzt: Diese sind praktisch und hilfreich, aber nicht fälschungssicher. Aus bisherigen Studien weiß man: Rund 30 Prozent aller Bewertungen im Internet sind gefälscht!

Bevor sie ihren Urlaub buchen, überprüfen fast zwei Drittel der Österreicher das Wunschhotel bei Bewertungsplattformen wie Holidaycheck oder Booking.com. Warum? Um sicher zu gehen dass der Urlaub wirklich so ablaufen wird, wie im Reiseprospekt versprochen. Schließlich will man sich in der schönsten Zeit des Jahres auch erholen und der Ärger darf da ruhig zu Hause bleiben.

Sat 1: Miese Hotels auf Mallorca.

Der ÖAMTC warnt nun vor gefälschten Bewertungen. Denn vielfach kann bei einem Bewertungsportal ohne Identitätsüberprüfung eine Hotelkritik abgegeben werden. "In der Regel reicht eine E-Mail-Adresse aus, um sich zu registrieren. Eine Mail-Adresse unter falschem Namen und Adresse ist allerdings in wenigen Minuten erstellt", sagt ÖAMTC-Touristikexpertin
Maria Renner. "Solche Bewertungsportale bieten also fruchtbaren Boden für Tricksereien." Egal, ob Hotels, Dienstleistungen oder Produkte: Etwa 30 Prozent aller Userkritiken sollen im Internet gefaked sein.

So erkennen Sie ein (Hotel-)Bewertungs-Fake:

  • Nüchterne Beschreibungen mit Sätzen wie "Die Hotelbar lädt zum Verweilen ein", aber auch allzu ausschweifende Beschreibungen mit Fremdwörtern sind verdächtig. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Suche über Google danach. Oft wird man dann auf der Hotelhomepage selbst fündig.
  • Eine sehr kurze Bewertung wie „super" ist genauso verdächtig wie eine seitenlange Bewertung. Generell gilt: Je konkreter und persönlicher eine Bewertung, desto wahrscheinlicher, dass sie tatsächlich von einem Gast geschrieben wurde.
  • Superlative sind auffällig. Und zwar in beiden Richtungen, denn auch negative Kritiken können gefälscht sein, schließlich schläft auch die Konkurrenz nicht.

Noch mehr Details, wie Sie eine falsche Bewertung aufdecken, finden Sie auf Seite 2.

  • Tauchen viele Bewertungen innerhalb kurzer Zeiträume auf, die alle in eine ähnliche Richtung gehen, könnte diese von ein und der selben Person stammen.
  • Allzu perfekte Fotos wie ein Strand ohne Menschen weisen ebenfalls auf ein Fake hin. Kontrollieren Sie in diesem Fall die Hotelfotos. Handelt es sich um die gleichen, dann wissen Sie woher der Wind weht.
  • Googeln Sie denjenigen, der die Bewertung geschrieben hat. Wenn dieser auf mehreren Hotelseiten das gleiche postet ist das ein Hinweis auf eine bezahlte Bewertung. Denn welcher Private hat schon die Zeit, um gratis PR für sein Urlaubshotel zu machen.
  • Es ist unwahrscheinlich, dass ein- und derselbe Bewerter einmal ein 5-Sterne-Hotel besucht und das nächste Mal nur in einer Bed&Breakfast-Unterkunft eincheckt.
  • Wird der Name des Hotels permanent in der Bewertung genannt, ist das ein Hinweis auf einen PR-Text.
  • Steigen die Bewertungen einer Unterkunft, die immer sehr schlecht abgeschnitten hat, ohne ersichtlichen Grund wie bei einer Renovierung oder Neuübernahme plötzlich an, kann das verdächtig sein.
  • Bei machen Bewertungsseiten können die User nur Hotels bewerten, die sie auch besucht haben - das spricht in dem Fall für die Seite.
      Sollten Sie Ihr Hotel im Web vor Reiseantritt überprüfen, hat ÖAMTC-Expertin Maria Renner folgende Empfehlung:" Auch wenn

User-Bewertungen

      im Internet eine

gute Grundlage

      für die Wahl des Hotels sein können,

sollten sie nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein

    . Besser, man ist ein bisschen zu vorsichtig, als man erlebt bei der Ankunft am Urlaubsort eine böse Überraschung."
 

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