Fair Fashion: 5 nachhaltige Newcomer-Labels, die du kennen solltest

Die Coronakrise hat die Modeindustrie in vielen Bereichen verändert. Fragen nach verantwortungsbewusstem Konsum waren nie so wichtig wie jetzt. Wie einfach und stilsicher sie sich beantworten lassen, zeigen zum Beispiel diese neuen Fair-Fashion-Labels.

Kasa Schild und Meshit fertigen Kleider aus alten Leintüchern

Woher kommt die Kleidung, die wir tragen? Wie und von wem wird sie hergestellt? Wen wollen wir mit unserem Konsum unterstützen und überhaupt: Wie soll die Modewelt in Zukunft ausschauen? Selten wurden diese längst überfälligen Fragen in der Fashion-Industrie so vielseitig, leidenschaftlich und mit ernsthaftem Interesse besprochen wie jetzt gerade. Corona hat etwas in Gang gebracht, vom dem sich hoffen lässt, dass es, anders als die Pandemie, lange anhält. Brands wie die folgenden haben schließlich alle Aufmerksamkeit verdient:

1. CONSCHES

Cornelia Lindner ist die Frau hinter Consches – der Labelname ist ein Wortspiel aus dem Vornamen der Designerin und dem englischen Begriff für bewusst, "conscious". Und verspielt zeigen sich dann auch die Entwürfe der Wienerin: Everyday-Basics wie Sweatshirts und Blusenkleider treffen da auf Zuckerlfarben, große Logoprints und fantasievolle Prints. Ihre Stoffe bezieht Lindner bei heimischen Hersteller*innen, gefertigt wird in Feldbach in der Steiermark. Ihr Wunsch sei es, nicht nur die Menschen zu empowern, die ihre Kleidung tragen, sondern auch jene, die sie herstellen. Alle Consches-Designs sind hier zu finden, ein eigenes Geschäft ist in Planung.

2. ATTIRE THE STUDIO

Ihr gleichnamiger Instagram-Account machte Xenia Adonts zu den erfolgreichsten deutschen Influencer*innen. Seit dem letzten Jahr nutzt die Hamburgerin ihre Reichweite auch um High-End-Fair-Fashion unter das Modevolk zu bringen. Stilistisch bewegt sich Attire irgendwo zwischen nordischer Strenge und französischem Effortless Chic, die Ausrichtung der Marke ist hingegen eindeutig: Mit höchster Qualität made in Europe und durch und durch transparenten Produktions- und Vertriebswegen will sich Adonts von schnell und undurchsichtig auf den Markt geworfenen Influencer*innen-Kollektionen abheben.

3. MAISON LA KATZ

La Katz-Gründerin Laura Sänger möchte Eleganz neu definieren und setzt dafür auf handgenähte Jacken und Mäntel aus Seide in Edelsteintönen. Entworfen werden die zeitlosen Investment-Pieces in Wien, genäht wird in Deutschland, die verwendete Seide kommt mit Zertifikat, gefärbt wird sie ausschließlich mit ungiftigen Färbemitteln. Auf Plastik und synthetische Bestandteile verzichtet das Maison La Katz gänzlich. Selbst die Stoffreste werden verarbeitet - zu Haaraccessoires etwa. Cradle-to-Cradle nennt sich diese Form der ökologischen Kreislaufwirtschaft. Erste Kollektionsbilder gibt's jetzt schon. Kollektions-Launch ist im Juli.

4. 10K

Gut gemachte Basics ziehen immer. Das weiß auch das Berliner Modekollektiv 10k, das es nicht nur gut sondern noch ein bisschen besser machen will und deshalb neben modernen Kleidungsstücken auch eine ökologisch nachhaltige und faire Herstellung garantiert. Designed wird im Headquarter in Berlin-Moabit, gefertigt nach den Richtlinien der Fair Wear Foundation und des Ökotex Standard 100 in der eigenen Produktionsstätte in Kahramanmaras in der Türkei. Auch die verwendeten Baumwollstoffe werden selbst entwickelt. Nachhaltig, so erklären die Macher und Macherinnen von 10k, ist für sie ein Prozess den sie ständig versuchen zu optimieren.

5. LARICHA x MESHIT

Alte Leintücher bilden den Ausgangspunkt für eine Fair-Fashion-Collab zwischen der Designerin Kasa Schild und dem Wiener Designerinnen-Duo Meshit. Und sie erklären auch den Namen Laricha, ein Begriff der in Teilen Oberösterreichs für ebendiese Leintücher verwendet wird. Aus den anfänglich fünfzehn Kisten gesammelter Bettwäsche wurden Blusen, Kleider und Hosen – unaufgeregt romantisch und auf zeitgemäße Art ländliche Kleidertraditionen zitierend. Das Upcycling-Konzept die entstandenen Laricha-Designs kamen so gut an, dass das Trio mittlerweile auch auf Flohmärkten und über Zeitungsanzeigen nach alten Stoffbeständen sucht.

Was bedeutet eigentlich "nachhaltig" in Bezug auf Mode?

Fair Fashion ist ein immer wichtiger werdender Bereich der Textilindustrie. Doch je größer die Bedeutung nachhaltiger Kleidung wird, desto verwirrender wird der Begriffs-Dschungel rund um das Thema.
Prinzipiell ist mit nachhaltiger Mode, Eco- oder Fair-Fashion, Sustainable-Fashion, grüner Mode oder Öko-Mode das Gleiche gemeint. Sie steht für Kleidung und Accessoires, die mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt produziert werden. Genauer heißt das:

  • Faire Arbeitsbedingungen (etwa keine Kinderarbeit, faire Entlohnung und Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und soziale Absicherung)
  • Umweltschonende Herstellung (etwa Einsatz öko-zertifizierter, biologisch abbaubarer Stoffe und Materialien, kein Einsatz giftiger Chemikalien, keine Überproduktion, ressourcenschonende Produktionstechniken und Lieferketten)
  • Zertifikate und Gütesiegel können Aufschluss darüber geben, wie nachhaltig Kleidung gefertigt wird, doch nicht immer sind sie das wichtigste Kriterium. Gütesiegel sind mitunter eine kostspielige Investition, vor allem für kleine Unternehmer*innen. So erfüllt etwa lokal produzierte Mode häufig auch ohne Zertifikat alle Anforderungen um Fair-Fashion zu sein.
  • Immer wichtiger wird deshalb das Thema Transparenz. Alle oben genannten Kriterien sollten im besten Fall für Verbraucher*innen nachvollziehbar sein. Selbst in Bezug auf Themen wie die Preisgestaltung setzen immer mehr Fair-Fashion-Brands auf eine offene Kommunikation.

 

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