Fail: Hubertus Bräu glaubt, dass Sexismus lustig ist

Auf der Rückseite der Bierflaschen ist ein "Witz" zu lesen, der leider alles andere als witzig ist und nur vor Frauenfeindlichkeit strotzt. Der Fall ist mittlerweile beim Werberat.

Fail: Hubertus Bräu glaubt, dass Sexismus lustig ist

Am Wochenende machte Grünen-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Viktoria Spielmann auf eine Werbung der niederösterreichischen Biermarke Hubertus aufmerksam. Auf ihrem Twitter-Account postete sie ein Foto einer Flasche, welche auf der Hinterseite mit einem Spruch wirbt, den man bei Hubertus offenbar für keck und amüsant hält. Zu lesen ist: "Was sagt der Mann, wenn seine Frau die Kellertreppe herunterfällt? Schatz, bring gleich ein Bier mit!"

Ähm … geht’s noch?? Dass irgendjemand im Jahr 2022 noch über derartige Witze lachen kann, ist eine Sache und an sich enttäuschend. Dass ein Unternehmen sich dazu entscheidet, für Werbezwecke ein komplett rückständiges Frauenbild zu propagieren und hofft, mit Sexismus Umsatz zu machen, ist höchst problematisch und verantwortungslos.

Frauenverachtung ist kein Grund zum Lachen

Spielmann hat den Fall mittlerweile an den österreichischen Werberat gemeldet (die ganze Beschwerde findet ihr hier). Sie findet: "Frauenverachtung ist weder witzig noch originell". Das äußerte sie gegenüber der Tageszeitung Krone. In ihren Augen gäbe es keine Zweifel daran, dass der Spruch abwertend gegenüber Frauen gemeint sei. Unter anderem, da Frauen darin so dargestellt werden, als müssten sie dem Mann dienen – sogar wenn sie einen Unfall haben oder sich verletzen.

Hubertus Bräu weist Vorwürfe zurück

Wie reagiert man bei der Biermarke aus Laa an der Thaya auf die Kritik? Nun, nicht gerade sensibel. Gegenüber der Krone äußerte Hubertus Bräu-Chef Hermann Kühtreiber: "Der Spruch ist als Scherz zu verstehen und soll sich an Männer richten, die gefühllos agieren. Im Übrigen ist er seit eineinhalb Jahren auf unseren Flaschen abgedruckt." Aha.

Wie er der Krone erzählte, vermutet Kühtreiber eine gezielte Social Media-Kampagne gegen ihn. Bisher habe es nämlich noch keinerlei Beschwerden zu der Werbung auf den Bierflaschen gegeben.

 

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