Fail der Woche: Dieser Mann klagt, weil Frauenparkplätze "diskriminierend" sind

Und er bekommt vor Gericht teilweise recht.

Der Jurastudent Dominik Bayer ist überzeugt: es geht hier um die "Gleichberechtigung von Mann und Frau". Am Mittwoch hat der 26-Jährige im Verwaltungsgericht München seine Klage gegen Frauenparkplätze teilweise gewonnen. "Ich fühle mich als Mann diskriminiert", sagt Bayer in die Kameras.

Die Gleichheit sei im Grundgesetz und der bayerischen Verfassung festgeschrieben, so der junge Mann. Und die sieht er bei Frauenparkplätzen nicht gegeben. Als er Anfang vergangenen Jahres einen Freund besucht habe, sei ihm aufgefallen, dass dort Parkplätze extra für Frauen reserviert sind.

Er klagte tatsächlich dagegen - und vor Gericht wurde ein Kompromiss ausgehandelt. Die Frauenparkplätze bleiben, müssen künftig jedoch anders ausgeschildert werden. Die Schilder sollen deutlich zeigen, dass sie nur eine Empfehlung sind - also auch Männer ohne Konsequenzen auf Frauenparkplätzen parken dürfen. "Das ist ein Sieg für die Frauenparkplätze in ganz Deutschland", sagte der Verwaltungsdirektor der Stadt Eichstätt, Hans Bittl, im Anschluss.

Frauenparkplätze sind zur Sicherheit von Frauen da

Die Stadt Eichstätt konnte die Klage des jungen Mannes zunächst nicht nachvollziehen. Die Frauenparkplätze wurden 2016 eingeführt, nachdem eine Frau vergewaltigt worden war. 30 von insgesamt 420 Stellplätzen wurden dann zu Frauenparkplätzen, um Frauen mehr Sicherheit zu geben. "Wir haben das rein aus Sicherheitsgründen gemacht. Es ist nun einmal statistisch erwiesen, dass Frauen häufiger Opfer von Gewaltdelikten werden als Männer", so Bittl.

Laut einer Studie der Stadt Wien aus dem Jahr 2007 gaben 49 Prozent der befragten Frauen an, dass sie es als unangenehm empfinden, wenn sie allein in eine Tiefgarage fahren. Das Dezernat Gender Mainstreaming der Stadt Wien hat daher Sicherheitsaspekte für Tiefgaragen vorgegeben, die für beide Geschlechter gelten sollen, jedoch für Frauen wichtiger seien. Frauenparkplätze sollen sich in Sicht- und Rufkontakt zum Personal befinden sowie in unmittelbarer Nähe des Treppenaufgangs beziehungsweise Lifts.

Bayer sieht aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen dadurch diskriminiert, weil Frauenparkplätze aus seiner Sicht suggerieren, dass Frauen schwach und besonders schutzbedürftig seien. Und weiter: "Der Stadt kommt nicht in den Sinn, dass auch Männer Opfer von Gewalt werden können." Es gebe ja auch kleine und schwächere Männer.

Frauenparkplatz
 

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