Facts: Depression

Jeder fünfte bis siebente Österreicher erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer. Meist tritt die Krankheit zwischen dem 35 und 45 Lebensjahr zum ersten Mal auf. Ein neuer Ratgeber soll Betroffenen und deren Angehörigen helfen.

Wenn nichts mehr Spaß machtund sich eine Person zu nichts mehr aufraffen kann oder keine Freude mehr für zuvor geliebte Tätigkeiten empfindet, dann können das Anzeichen einer Depressionsein. Weitere Symptome: Die Konzentration lässt nach, die Personen sind unruhig, schlafen schlecht, ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, leiden an Appetitverlust, verlieren an Gewicht und haben dabei auch noch Schuldgefühle, weil es ihnen schlecht geht.

Dr. Johannes Wancata, Abteilungsvorstand der klinischen Abteilung für Sozialpsychiatrie von AKH und der medizinischen Universität Wien versucht Depressionen zu enttabuisieren: „Depressionen werden heute noch oft missverstanden als eine schwere psychische Erkrankung, die vor allem Menschen betreffen, die komisch sind. Das hat nichts mit der Erkrankung zu tun."

Rechtzeitig zum Arzt

Wenn Sie oder Ihnen nahe stehende Personen derartige Symptome haben, dann heißt es ab zum Arzt. Der Hausarzt oder ein Psychiater können feststellen, ob es sich tatsächlich um eine Depression handelt oder ob eine andere Erkrankung vorliegt. Dr. Hans Jörg Schelling vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, sagt: „Depressionen sind behandelbar. Wenn sie allerdings nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden führen sie zu einer Langzeiterkrankung und enden oft mit einer Frühpensionierung." Außerdem erhöhen Depressionen das Risiko auf Diabetes, Schlaganfall, Herzerkrankungen oder weitere psychische Leiden.

Wichtig sei es auch als Angehöriger einzuschreiten und die Betroffenen zu unterstützen, da diese schließlich auch nicht wissen würden, was mit Ihnen passiert. Dr. Karl Dantendorfer, ebenfalls vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger, erklärt: „Was nie hilft ist, wenn man sagt „Reiß dich zusammen, das wird schon wieder." Vielmehr sei eine medikamentöse und wenn möglich psychotherapeutische Begleitung über mehrere Monate notwendig.

 

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