"Europa muss aufhören, seinen Müll in Entwicklungsländer zu verschiffen!"

Immer mehr Industrieländer laden ihren Plastikmüll in Malaysia ab - allein Deutschland transportierte 100.000 Tonnen in das südostasiatische Land. Das wehrt sich nun und schickt die Abfälle dahin zurück, wo sie herkommen.

gepresste plastikflaschen werden illegal nach malaysia verschifft

Nachdem China 2018 die Einfuhr von Plastikmüll heruntergefahren hat, ist Malaysia die Anlaufstelle für illegale Müll-Transporte aus Industrieländern. Mehr als sieben Millionen Tonnen Müll werden weltweit in Entwicklungsländer verschifft - die ersticken in den großen Mengen, die nicht nur illegal transportiert, sondern auch entsorgt werden.

"Die Menschen glauben, ihr Abfall wird recycelt, dabei wird er bei uns abgeladen"

Die malaysische Umweltministerin Yeo Bee Yin will dem Müll-Business einen Riegel vorschieben und hat angekündigt, mindestens 60 Container voll mit Plastikmüll in ihre Herkunftsländer zurück zu schicken: "Diese Container wurden illegal und unter Angabe falscher Tatsachen in unser Land gebracht und verletzen damit klar unsere Umweltrichtlinien". Die Behörden vor Ort identifizierten mindestens 14 dieser Ursprüngsländer: die USA, Jana, Frankreich, Kanada, Australien und England. Ministerin Yeo meinte gegenüber der Presse, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in den Industrieländern großteils nicht bewusst seien, was mit ihrem Abfall passiere - sie wären der Meinung, er würde recycelt werden, während das meiste davon in Malaysia abgeladen würde.

malaysias umweltministerin yeo bee yin for einem container mit illegal verschifftem plastikmüll

"Wir drängen die Industrieländer darauf, ihr Abfallmanagement zu überdenken und damit aufzuhören, ihren Müll in Entwicklungsländer zu verschiffen", machte Yeo klar. Und: "Wenn ihr ihn nach Malaysia schickt, schicken wir ihn gnadenlos wieder retour."

 

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