Europa feiert Conchita Wurst

Conchita Wurst hat den Eurovision Song Contest mit ihrem Lied "Rise Like A Phoenix" gewonnen. Während die Dragqueen in Österreich und vielen anderen europäischen Ländern hochgejubelt wird, lassen Russland und Serbien mit abfälligen Bemerkungen kein gutes Haar an der Kunstfigur.

In Österreich gab es von Bundespräsident Heinz Fischer abwärts Lob und Glückwünsche für "die Frau mit Bart". Der Tenor: Es sei nicht nur ein Sieg für Österreich, sondern auch ein Sieg für Toleranz und Respekt in Europa.

Selbst Kritiker wie Kabarettist Alf Poier oder FPÖ-Chef H.C. Strache, die im Vorfeld des Bewerbs mit abwertenden Aussagen Schlagzeilen machten, gratulierten Wurst zum Sieg.

"Bevor der erste Song erklang, stand eine Siegerin bereits fest - die Siegerin der Herzen: Conchita Wurst", leitete Bild.de den Artikel über Conchitas Sieg ein. "Eine Ohrfeige für alle Homophoben in Europa", schreibt Aftenposten in Oslo. "Sie ist nicht mehr eine bärtige Frau, sie wurde zur Königin Europas erhoben", las man in Ilta-Sanomat in Helsinki.

Das Sieger-Lied des Eurovision Song Contest 2014:

Negative Reaktionen in Russland

Negative Reaktionen kommen dagegen aus Russland. "Ein Mädchen mit Bart" erwarte Anhänger der europäischen Integration, twitterte Vizeregierungschef Dmitiri Rogosin. "Das Ende Europas" hat der nationalistische Abgeordnete Wladimir Schirinowski gar ausgerufen. Es gebe in Österreich keine Frauen und Männer mehr, sondern nur noch ein Es.

Abfällige Kommentare, die Moderatoren des serbischen TV-Senders RTS während der Punktevergabe geäußert hatten, wurden von der Schwulen- und Lesben-Community in Belgrad kritisiert.



Song Contest 2015

Während die einen noch Conchita Wurst feiern, geht man in Österreich bereits zum nächsten Thema über: In welcher Stadt findet der Song Contest 2015 statt und wie wird das Millionen-Spektakel finanziert?

 

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