Essstörung: Binge-Eating

Binge-Eating-Disorder lässt sich am einfachsten mit dem Wort Essattacke übersetzen. Innerhalb kürzester Zeit konsumieren Betroffene eine unkontrollierte und ungewöhnlich große Menge an Nahrungsmitteln und Kalorien. Laut Statistiken sollen etwa 5-8 Prozent der Österreicher an dieser Essstörung leiden.

Zunächst klingt es nach einem harmlosen Schlemmen, doch das kann schnell zu einem wachsenden Problem mit gewichtigen Folgen werden.

Tritt ein derartiges, unkontrolliertes Verschlingen von Lebensmitteln jede Woche oder häufiger auf, so sprechen Experten von der Essstörung Binge-Eating!

Während die Patientenzahl von Magersucht (Anorexie) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie) in den letzten Jahren stetig anstieg, nun aber etwas stagniert, so wird Binge-Eating immer mehr und mehr zum Problem.

Jahrelang wurde kaum beachtet, dass übergewichtige Menschen viel häufiger unter einer Essstörung leiden, als normal- oder untergewichtige Personen. Erst seit 1960 gibt es für die Essanfall-Störung eine offizielle Diagnose im Psychiaterhandbuch.

Binge Eating ist bereits im Kindes- und Jugendalter ein Problem, auch hier vor allem bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Anders als bei der Magersucht oder Bulimie, sind hier auch besonders viele Männer betroffen (41 Prozent der Patienten sind männlich!)

Hard Facts zum Binge-Eating

  • Eine Erkrankung liegt dann vor, wenn mindestens an zwei Tagen in der Woche Essattacken auftreten und zwar über einen Zeitraum von 6 Monaten.
  • Diese Heißhungerattacken sind in der weiteren Folge mit Ekel, schlechtem Selbstwertgefühl, Scham, Schuldgefühlen und Selbsthass verbunden.
  • Betroffene ziehen sich häufig zurück, um alleine zu essen.
  • Weitere Symptome sind schnelles, unkontrolliertes Essen, das meist ohne Hunger geschieht, bis zu einem unangenehmen, oft auch schmerzenden Völlegefühl.

Folgen und Infos zur Therapie erfahren Sie auf Seite 2!

Diagnose:
- regelmäßige Essanfälle (in einem abgrenzbaren Zeitraum wird eine Nahrungsmenge gegessen, die deutlich größer ist, als die Menge, die man normalerweise isst. Während des Essanfalls wird der Kontrollverlust über das Essen empfunen)

- es wird schneller gegessen als normal
- Essen bis man sich unangenehm voll fühlt
- Essen ohne Hungergefühl
- alleine essen
- Essanfälle treten mindestens 2 Tage pro Woche über 6 Monate verteilt auf
- Ekelgefühl vor sich selbst, Depression, Schuldgefühl, Scham

Folgen der Binge-Eating Störung

Vor allem langfristig wirkt sich das starke Übergewicht auf den Körper aus. Mangelerscheinungen und psychische Probleme sind weitere typische Begleiterscheinungen.

Unter anderem ist das Herz-Kreislauf-System stark betroffen. Hoher Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sind die ersten Anzeichen der Essstörung.

An Gelenken und Wirbelsäule macht sich ein hohes Körpergewicht ebenfalls auf Dauer bemerkbar. Es kann zu Schäden an den Bandscheiben, Hüft- und Kniegelenken kommen.

Aber auch die Psyche spielt hier eine wesentliche Rolle. Das Gefühl, es immer wieder nicht zu schaffen und dem Essanfall nicht widerstehen zu können, hat schweriwiegende Folgen. Depressive Verstimmungen, Ekelgefühl vor sich selbst, Angststörungen und weitere psychische Symptome können das soziale und alltägliche Leben einer betroffenen Person massiv beeinträchtigen.

Therapieformen

In einer Therapie sind meist Ärzte aus den verschiedensten Fachrichtungen involviert. Dazu zählen Hausarzt, Psychotherapeuten und Fachärzte für spezielle Bereiche.

Kosten für die Behandlung einer Binge-Eating-Krankheit werden normalerweise von der Sozialversicherung übernommen.

Außerdem können Essstörungen in spezialisierten ambulanten Einrichtungen stattfinden. Auch für diese Behandlungsfälle, die nicht stationär sind, werden im Regelfall die Kosten übernommen.

 

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