"Es ist nicht falsch, wenn ein Mann ein Feminist ist - es ist zu unserem Vorteil"

Schauspieler. Regisseur. Feminist. Alan Rickman war mehr als nur "Severus Snape" aus Harry Potter. Wir werfen einen Blick hinter die Fassade des Briten und verleihen ihm posthum den Hawara der Woche.

Alan Rickman gehörte zu den wohl talentiertesten Schauspielern Großbritanniens und war neben seiner bekanntesten Rolle als Severus Snape in Harry Potter, besonders auf der Theaterbühne erfolgreich. Auch, wenn der große Durchbruch stets auf sich warten ließ: an seinem schauspielerischen Talent hat man nur selten gezweifelt.

Doch auch abseits der Bühne fühlte sich der 69-jährige Brite sichtlich wohl. Erst kürzlich war er als Regisseur für den Film "Die Gärtnerin von Versailles" tätig, in dem er neben Kate Winslet als Ludwig XIV. brillierte.

In einem Interview mit der Wienerin im April letzten Jahres sagte er:

Was mich schon fasziniert ist, wie sehr sich die Welt seit dieser Zeit (Anm. des 17. Jahrhunderts) verändert hat. Ich weiß noch, wie es war, als Margret Thatcher Primeminister von England wurde. Einfach deshalb, weil sie eine Frau war. Jetzt sagt doch niemand mehr, Hillary Clinton könnte niemals Präsidentin der USA werden. Man sagt, ich mag Hillary oder ich mag sie nicht, aber es niemand sagt: Nein, sie ist eine Frau und deshalb ist es undenkbar. Also, es wird mittlerweile einfach akzeptiert, dass das möglich ist. Und alles, was ich als Mann dazu sage, ist: Wir sind doch zwei, Männer und Frauen und so ist es doch viel interessanter.
von Alan Rickman

Shitstorm gegen Emma Watson

Von seinem Engagement für den Feminismus war auch Emma Watson stets beeindruckt. In einer ersten Reaktion auf den überraschenden Tod ihres "Harry Potter" Kollegen twitterte sie letzte Woche eines seiner Zitate:

Womit sie allerdings nicht rechnete: Ihre persönlicher Tribut an den Schauspieler resultierte in einem Shitstorm gegen sie selbst. Viele Twitter-Nutzer kritisierten sie, da sie mit ihrem Posting angeblich nur ihre eigenen Interessen als UN-Frauenbotschafterin pushen und den Tod Rickmans damit nur zu ihren Gunsten ausnützen würde.

Anschuldigungen, die bei der großen Bewunderung, die Watson gegenüber Rickman hegte, nicht nur unbegründet sind, sondern zeigen, welche Abneigung und Vorurteile noch immer gegen Feminismus herrschen. Jeder dieser "Fans", der dieser Tage Rickmans Ehre auf Twitter zu verteidigen glaubte, dürfte sich mit seinem Wirken wohl besonders wenig auseinander gesetzt haben.

Umso wichtiger war es, dass Alan in seinen wenigen Interviews Feminismus immer wieder zum Thema machte und sich gegenüber dem konservativen Rollendenken kritisch äußerte. Damit irgendwann (hoffentlich) auch beim letzten Twitter-User die Message angekommen ist.

Für seinen Einsatz verleihen wir Rickman posthum den "Hawara der Woch"e. Er ist damit der fünfte Mann, der in unsere honorige Männer-Riege einziehen darf.

Hier gibt es alle Hawara nochmal zum Nachlesen.

Hier geht es zum ganzen Interview mit Rickman auf wienerin.at.

 

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