Es gibt ein noch schädlicheres Körperbild als jenes von Victoria's Secret

Und es begegnet uns jeden Tag.

Als die "Engel" der Victoria's Secret Show Ende November über den Laufsteg flogen, kam wieder die Zeit, in der sich Millionen Frauen auf der Welt mit den großen, dünnen, gebräunten Körpern der Models verglichen haben.

Doch die Forschung zeigt jetzt, dass es gar nicht diese unerreichbar perfekten Körper sind, mit denen wir uns gerne vergleichen. Viel schädlicher für das Selbstbewusstsein junger Frauen sind heutzutage:Social Media-Kanäle.

Mit wem vergleichen sich junge Frauen am häufigsten?


ForscherInnen aus Sydney, Australien, haben kürzlich 150 Studentinnen zu ihren Gedanken über Körperbilder interviewt. Jeden Tag haben die Befragten angeben müssen, wie oft sie ihre Körper mit anderen vergleichen. Außerdem haben sie jedes Mal ihr eigenes Körperbild, ihre Stimmung und ihre Gedanken über Sport und Diäten bewertet.

Am interessantesten war aber, dass die jungen Frauen auch angaben, mit wem sie sich vergleichen: jemand, den sie persönlich gesehen haben, mit einem Model in einer Werbung oder mit jemandem, dem sie auf Social Media Kanälen folgen.

Das Ergebnis: die Frauen vergleichen sich selten mit Darstellungen von Models in Magazinen, auf Plakaten oder im Fernsehen. Stattdessen finden die meisten Vergleiche im persönlichen Leben oder auf Social-Media-Kanälen statt. Und letztere wurden als die schädlichsten eingestuft.

Instagram & Co. richten am meisten Schaden an


Frauen, die ihre Körper mit anderen Frauen auf Instagram, Facebook oder Snapchat vergleichen, haben ihre eigenen Körper als am wenigsten vorteilhaft beschrieben - und waren eher dazu angetan, Gewicht zu verlieren.

Das könnte daran liegen, dass die Social-Media-Bilder einen "realistischeren" Touch haben. Denn viele wissen einfach, wie viel Arbeit und Photoshop hinter den Körpern von Models steckt - bei Social Media Bildern von Instagram-Stars, die ständig betonen, dass sie "natürlich" aussehen, sieht die Sache hingegen anders aus. Sie sind für viele einfach zugänglicher. Die ForscherInnen raten jungen Frauen daher: "Hinterfragt, wie realistisch diese Bilder sind." Außerdem schlagen sie vor, gewissen Accounts gar nicht mehr zu folgen, wenn sie ein schlechtes Gefühl erzeugen - und stattdessen mehr Body-Positive-Seiten zu abonnieren.

Die ForscherInnen wissen nicht, welche langfristigen Effekte solche Social-Media-Vergleiche auf die Körperbilder und auch die Gesundheit junger Frauen hat. Klar ist: diese Vergleiche sind schädlich. Ursula Knell, Leiterin und Beraterin der Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung, sagte im WIENERIN-Gespräch über besorgniserregende YouTube-Trends etwa: "Solche Trends können eine Rutsche in krankhaftes Verhalten sein." "Je mehr Versicherung man sich von den anderen sucht, desto verunsicherter ist man."

Hotline für Essstörungen


Die Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung bietet Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit Essstörungen professionelle Beratung, Information und Hilfe - kostenlos - anonym und bundesweit.

Hotline für Essstörungen der Wiener Gesundheitsförderung: 0800 - 20 11 20

Montag bis Donnerstag von 12-17 Uhr (ausgenommen Feiertage); e-Mail-Beratung: hilfe@essstoerungshotline.at

 

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