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Erste Bank Lounge 2013

„Frauen verlangen immer zu wenig Gehalt“. Ob als Arbeit- oder Auftragnehmerin – Frauen verkaufen ihre Leistung oft zu billig. Auch Frauen in Führungspositionen machen diesen Fehler.

Es gilt, den Wert Ihrer Arbeit

  • zu erkennen
  • zu definieren und
  • zu kommunizieren.


Es gibt in Österreich noch viel zu tun, um Frauen gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit zu ermöglichen - auf politischer wie auf wirtschaftlicher Ebene. Doch gibt es einen Aspekt des Gesamtproblems, den wir inzwischen selbst angehen können? Ja, sagten zwei Expertinnen und ein Experte bei der 4. WIENERIN Erste Bank Lounge.

"Das Produkt ist Ihre Leistung"

Birgit Payer, Leiterin des Recruitings der Erste Bank Österreich, empfahl Folgendes:

Jedes Gehaltsgespräch, jede Honorarverhandlung ist ein Verkaufsgespräch: Das Produkt ist Ihre Leistung - nicht Sie als Person! Allein diese Unterscheidung nimmt Druck raus.


Wie finde ich heraus, was meine Arbeit wert ist?
Für Angestellte empfiehlt Birgit Payer den von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ins Leben gerufenen Gehaltsrechner (www.gehaltsrechner.gv.at). Selbständige tun sich leichter, Branchenvergleiche anzustellen. „Sprechen Sie mit anderen über Ihre Honorare!"

Es ist wichtig, sich konkrete Ziele zu setzen: Finanziell - was will ich verdienen? Spezifisch - was bin ich bereit, dafür zu erbringen? Realistisch - schaffe ich das oder ist das in meinem Unternehmen realistisch? Terminbezogen - bis wann brauche ich ein Ja/Nein bzw. wann kann ich wieder verhandeln?

Was will ich verdienen? Bei Gehaltsverhandlungen geht es darum, den monetären Mehrwert für das Unternehmen herauszustreichen. Überlegen Sie: Was leiste ich bereits für die Firma an zusätzlicher Arbeit? Was ist das wert? Oder: Was möchte ich gerne zusätzlich leisten und wie viel möchte ich dafür?

Und, im Hinblick auf die immer noch zu oft (anerzogene) Bescheidenheit von Frauen: „Sobald Sie glauben, sie übertreiben mit Ihrer Gehaltsforderung, liegen Sie wahrscheinlich richtig."

Ergebnisse erzielen

Anke Van Beekhuis, Geschäftsführerin von The Redhouse und Autorin des Buchs „Power sucht Frau" unterstrich das so:

Frauen definieren ihre beruflichen Ziele oft über ihre Umgebung, etwa nette Kollegen - das kann man aber nicht messen, am wenigsten in Geld. Nur sieben Prozent des Eindrucks werden durch den Inhalt des Gesprächs vermittelt. Einen Großteil macht die Haltung aus.


Ob mit einem konkreten Stichtag für die Erhöhung oder einem Stichtag für neue Gespräche - Frau sollte mit einem Ergebnis aus dem Gespräch rausgehen!

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Wichtig ist der Tonfall: Frauen werden bei der Geldfrage oft leiser, die Stimme wird höher - wir ziehen uns auf den Mädchenstatus zurück. Anke Van Beekhuis setzt dem die „Powerhaltung" entgegen: Stellen Sie sich kurz vor Beginn Ihres Gesprächs hinter einen Stuhl. Stellen Sie sich breitbeinig hin, stützen Sie beide Hände auf die Lehne und fixieren Sie Ihr imaginiertes Gegenüber mit dem Blick eines Football-Spielers, der gleich siegessicher losstürmen und einen Home-Run hinlegen wird. Van Beekhuis: „Die Mehrzahl der Personen, die vor dem Gespräch diese Haltung einnahmen, bekamen, was sie wollten."

Fragen stellen

Erich Pichorner, Geschäftsführer des Personaldienstleisters Manpower Group Austria, sagt:


Schlüpfen Sie in die Rolle Ihres Gegenübers: Welchen Nutzen bringt Ihre Leistung dem Unternehmen? Wo leisten Sie bereits mehr? Wo wollen Sie mehr leisten? Und: „Wer führt das Gespräch? Immer die, die fragt. Also stellen Sie Fragen."
Vermeiden Sie Vergleiche mit anderen („Aber der XY verdient doch auch ..."). Sie kommen schnell in Erklärungsnotstand, weil Sie nicht alles über XYs Leistung wissen können.

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Das K-Wort

Natürlich kam während der WIENERIN Erste Bank Lounge das „K-Wort" auf - was ist, wenn ich Kinder habe(n will)? Hier waren sich alle einig: Kinder(wunsch) darf heute kein Grund mehr sein, von vornherein zurückzustecken.
Den „Sie sind ja Mutter"-Killersatz Ihrer Chefität beantworten Sie am besten mit Fakten: Mütter sind erwiesenermaßen effizienter in ihrer Arbeit und ihrem Arbeitgeber gegenüber treuer!

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Ein Anfang

Wichtige Erkenntnis aller Teilnehmerinnen: Mit Selbstbewusstsein alleine werden wir die immer noch existierende Gehaltsungerechtigkeit in Österreich nicht „beheben". Aber es tut uns gut, dort etwas zu erreichen, wo es aus eigener Kraft möglich ist. Und: Gut möglich, dass dieses Selbstbewusstsein auch politische Folgen hat.

Sollen wir es machen wie die Männer?
Werdet wie die Männer!", heißt es oft. Aber ist das zielführend? Nein, sagt unser Expertenteam. „Bleiben Sie immer authentisch. Aber eignen Sie sich ein paar Skills an, die Ihnen weiterhelfen."

Reden Sie über Geld

Männer netzwerken und erkundigen sich bei Kollegen und Freunden, wer wie viel verdient. Tun Sie's auch!

Rufen Sie „HIER!"Bescheidenheit bringt im Arbeitsleben nicht viel. Deshalb: Keine Angst davor, den Anforderungen nicht zu genügen! Frauen erfüllen meist 100 Prozent der Anforderungen, die ihre Position bringt. Männer bisweilen nur 70 Prozent. Oft gehörter Satz: „Ich muss ja in meine Position auch reinwachsen." Na dann - gestatten Sie sich selbst Lernpotenzial zu. Und genieren Sie sich nicht dafür, nicht als Topmanagerin geboren worden zu sein. Sind die anderen ja auch nicht.

Ein bisschen Größenwahn

Natürlich sollen Sie keine heißluftschleudernde Angeberin werden (es gibt ja schon genug davon). Aber arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen. Wichtig: Es muss authentisch sein. Rollenspiele werden sofort durchschaut.

Erster Schritt:Hinterfragen Sie bewusst, warum Sie auf bestimmten Gebietenwenig Selbstvertrauen besitzen. Ist es die Erziehung? Eine bestimmte Erfahrung? Ihr soziales Umfeld? Mithilfe eines Coachs lassen sich diese Muster schneller auflösen, als Sie glauben. Der Coach ist allgemein ein wichtiger Tipp, weiß Anke Van Beekhuis: „Wie, glauben Sie, sind Topkräfte in ihre Positionen gekommen? Sie ließen sich coachen."

 

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