Erst in 118 Jahren verdienen Frauen soviel wie Männer

Von wegen Gleichberechtigung! Dieser Bericht zeigt wie weit wir von einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau noch entfernt sind. Besonders Österreich fällt im europäischen Vergleich weit ab.

Seit mittlerweile neun Jahren untersucht das Weltwirtschaftsforum WEF in seinem Gender Gap Index Report Aspekte der Gleichberechtigung in den Bereichen Arbeitswelt, Bildung und Politik.

Beim nun veröffentlichten Report für 2015 verzeichnet das Forum zwar einige Fortschritte, trotzdem ist von Gleichberechtigung noch lange keine Rede.

Gehaltsschere klafft weiterhin auseinander

Besonders im Bereich "Arbeitswelt" ist die Geschlechtertrennung weiterhin spürbar.

Seit 2006 sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in puncto Gehalt nur um 0,1% gesunken (2006: 46,1%, jetzt 46%).
Sollten sich diese Zahlen nicht ändern, wird gemäß den Hochrechnungen des Forum erst in 118 (!) Jahren, also im Jahr 2133, eine Frau genauso viel verdienen wie ein Mann. Erst unsere Ururenenkelinnen werden demnach die tatsächliche Gleichberechtigung zu spüren bekommen, wie das Magazin ze.tt vorrechnet.

Global betrachtet verdienen Frauen heute etwa so viel, wie Männer vor einem Jahrzehnt, meint das WEF.

Männer erhalten nach Angaben des Reports im weltweiten Durchschnitt ca. 19.000 Euro im Jahr, Frauen knapp 10.000 Euro - prozentuell gesehen verdienen Frauen also 46% weniger als ihre männlichen Counterparts.

Europa top, Österreich hinkt hinterher

Im Gesamtindex auf alle untersuchten Bereiche zusammengerechnet schneiden wenig überraschend die europäischen Länder immer noch am besten ab.
Aber auch hier gibt es ein starkes Gefälle. Während in Skandinavien Länder wie Island (1), Norwegen (2) oder Schweden (4) sehr gut abschneiden, findet man Österreich im europäischen Ranking erst ziemlich weit hinten (Platz 37).
Zum Vergleich: Nachbar Deutschland rangiert auf Platz 11, Slowenien auf Rang 9 und die Schweizer belegen den 8. Platz. Mehr dazu in der interaktiven Grafik:

Zur Studie

Für die WEF-Studie wurden insgesamt 145 Länder nach einheitlichen Kriterien hinsichtlich der Geschlechterdisparität beurteilt. Im Index vertreten sind Bereiche wie Chancengleichheit, Gehälter, Zugang zu Führungspositionen, höherer Bildung und politischen Entscheidungspositionen, sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gesundheit und Lebenserwartung.

 

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