Erneute Schulschließungen in OÖ: Wohin mit den Kindern?

Oberösterreich hat am Mittwoch erneut Schulen und Kindergärten in fünf Bezirken geschlossen. Für Eltern und Kinder bedeutet das: Noch längere Sommerferien.

Ab Freitag sind Schulen und Kindergärten in fünf oberösterreichischen Bezirken wieder geschlossen. Das verkündeten Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (beide ÖVP) bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz am Mittwoch, nachdem die Neuinfektionen österreichweit zum ersten Mal seit Mitte April auf über 100 angestiegen waren. Laut Innenministerium sind 61 davon aus Oberösterreich, Ursprung des massiven Anstiegs soll eine Freikirche sein. Landeshauptmann Stelzer bezeichnete die Entwicklung als "besorgniserregend".

Was ist mit der Kinderbetreuung?

Das dürfte auch und besonders für die Eltern der betroffenen Kinder gelten: Sie müssen sich erneut um Betreuung kümmern. Die Schulferien beginnen in Oberösterreich regulär am 11. Juli. Für die Bezirke Linz, Linz-Land, Urfahr-Umgebung und Wels-Stadt und Land ist nun eine Woche früher Schluss. Gerade nach den jüngsten Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 haben viele Eltern ihre Urlaubstage für die Betreuung aber bereits aufgebraucht.

Der Landesregierung Oberösterreich ist das Problem bekannt. Sie hatte bereits Anfang Juni angekündigt, im für Eltern ohnehin oft schwierigen Sommer in Betreuungsmöglichkeiten zu investieren – "… auch deshalb, weil wir in diesem Sommer mit einem verstärkten Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten rechnen", sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Haberlander damals.

Im Schnitt sind die oberösterreichischen Kinderbetreuungseinrichtungen im Sommer 20 Tage lang geschlossen, Kinder müssen also einen Monat lang anderwertig betreut werden. In diesem Jahr wurden Einrichtungen bereits Anfang Mai dazu aufgefordert, den Betreuungsbedarf für die Sommerferien abzufragen und die geschlossenen Tage an den Bedarf anzupassen. Die Förderungen für Saisoneinrichtungen wurden um 200.000 Euro auf insgesamt eine halbe Million Euro erhöht. Außerdem werden Unternehmen, die eine betriebsinterne Kinderbetreuung anbieten, mit maximal 1.400 Euro pro Unternehmen unterstützt und Ferienbetreuungsangebote durch Tageseltern gefördert.

In der Stadt ist es gut, am Land schwieriger

In der Landeshauptstadt Linz ist die Betreuung jedenfalls gesichert, wie Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) versichert. Die Situation in der Stadt sei aber ohnehin eine andere: "Es gibt in Linz seit zehn Jahren eine durchgehende Sommerbetreuung. Wir haben keine Schließzeiten in den städtischen Einrichtungen." Krabbelstuben, Kindergärten und Horte in Linz den ganzen Sommer lang offen - ganz im Gegensatz zu manchen ländlichen Gebieten.

Für die Linzerinnen und Linzer sei das ein gewaltiger Vorteil, sagt Hörzing: "Sie müssen sich im Sommer keine Sorgen machen, die Ferienzeit zu überbrücken." Auch jetzt sei der Bedarf nach Betreuung gedeckt. Wo Schulen keine Betreuung übernehmen könnten, würden die Horte und Kindergärten auch für ältere Kinder einspringen. Das war auch während des ersten Lockdowns so, auch wenn das Angebot nicht von allen Eltern genutzt wurde.

Jetzt, wo Urlaubstage in vielen Fällen bereits verbraucht sind und auch die breitflächigen Home Office und Kurzarbeitsregelungen ein Ende gefunden haben, aber zu dem überraschenden erneuten Schulschließungen auch noch die Sommerferien hinzukommen, dürfte sich das ändern, vermutet Hörzing. Die Einrichtungen wären auf die neue Situation vorbereitet, auch wenn die Maßnahmen überraschend und schnell notwendig geworden sind. Aber: "Das ist der Situation geschuldet."

Bitte wieder mit Maske

Die oberösterreichische Landesregierung appelliert jedenfalls an die Bevölkerung, den erneuten Anstieg der Infektionen zu nehmen. Es wird dazu aufgerufen, in den kommenden Tagen in geschlossenen Räumen wieder Masken zu tragen und die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr zu beachten. Veranstaltungen sollen nach Möglichkeit nicht besucht oder überhaupt abgesagt werden. Glaubensgemeinschaften werden außerdem dazu aufgerufen, ihre Versammlungen zu beschränken.

 

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