Erhöhtes Krebsrisiko: Wieso du zwischen dem Abendessen und Schlafengehen zwei Stunden warten solltest

Menschen, die unmittelbar nach dem späten Abendessen schlafen gehen, setzen sich einem erhöhten Krebsrisiko aus. Eine Pause von mindestens zwei Stunden zwischen Dinner und Bettruhe wird empfohlen.

Im ausgeschlafenen Zustand fühlen wir uns besser

Schlaf ist wichtig. Das wissen wir mittlerweile dank der Wissenschaft. Im ausgeschlafenen Zustand fühlen wir uns besser, mental ausgeglichener, frischer – das ist kein Geheimnis. Im Schlaf arbeitet unser Immunsystem, Körper und Psyche haben Zeit, sich zu regenerieren. Während wir schlafen, werden zelluläre Reparaturprozesse aktiviert. Das Gehirn ist hochaktiv, formt und festigt das Gedächtnis und löscht Überflüssiges.

Aber was passiert, wenn wir zu wenig Schlaf bekommen? Dann können die gesundheitlichen Konsequenzen gravierend sein – zahlreiche Krankheiten, darunter eine schwere Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems können die Folge sein.

Mögliche Schlafstörer gibt es viele. Wie beispielsweise zu viel grelles Licht vor dem Einschlafen, zu warme Raumtemperatur, zu viel audiovisuelle Beschallung kurz vor dem Schlafen gehen. Ebenfalls gar nicht gut: Vor dem Schlafengehen viel zu ­essen und dazu Alkohol zu trinken ist für einen erholsamen Schlaf so ziemlich das Schlechteste, was man tun kann. Zwei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keine schweren Mahlzeiten helfen dabei, gut ein- und vor allem durchzuschlafen.

Späte Mahlzeiten erhöhen laut Wissenschaft Krebs-Risiko

Eine Studie hat nun ergeben, dass späte Mahlzeiten nicht nur deinen Schlaf stören, sondern auch anderweitig gesundheitliche Probleme schaffen können. Die Forscher*innen des Barcelona Institute for Global Health fanden heraus, dass lange Pausen zwischen Abendessen und dem Schlaf und die Einhaltung eines täglichen Ernährungsmusters für ein geringeres Brust- und Prostatakrebsrisiko sorgen können.

Vor dem Einschlafen sollte sich im Idealfall dein Stoffwechsel beruhigen – beim Essen wird dieser jedoch beschleunigt. Für genauere Daten wurden Teilnehmer*innen nach dem Zeitpunkt ihres Abendessens und des Einschlafens befragt.

Das Ergebnis einfach erklärt: Wer vor 21 Uhr isst und mindestens zwei Stunden Abstand zwischen Mahlzeiten und Schlaf zulässt, verringerte sein Risiko für Brust- und Prostatakrebs um rund 20 Prozent. Menschen, die regelmäßig nach 21 Uhr essen und innerhalb von zwei Stunden schlafen gehen, haben ein 25 Prozent höheres Krebsrisiko.

Für die Studie des Barcelona Institute for Global Health wurden 1.321 Frauen, 872 Männer sowie 621 Fälle von Prostatakrebs und 1.205 Fälle von Brustkrebs beobachtet. Von den Beteiligten arbeitete niemand in Nachtschichten.

"Weitere Forschungsarbeit ist nötig, um verstehen zu können, was genau die Gründe für diesen Effekt sind, aber alles deutet darauf hin, dass der Zeitpunkt, wann man Schlafen geht unsere Kapazitäten, Nahrung zu verstoffwechseln beeinflusst," sagt Studienautorin Dora Romaguera.

 

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