Erfahrungsbericht: Der Tag, an dem ich mich vom Windrad abseilte

Unsere Kollegin Lydia hat wieder einmal Mut bewiesen und sich als "Windrad-Runnerin" versucht. Sie erzählt, wie es ihr dabei erging.

Anlässlich des "Tag des Windes" hat Fotoredakteurin Lydia - im wahrsten Sinne des Wortes - den Sprung ins Blaue gewagt: Gemeinsam mit einem professionellen Team, ließ sie sich von einem 60 Meter hohen Windrad abseilen.

Wie es ihr dabei gegangen ist? Das erfahren Sie hier:

Da stehe ich jetzt. Oder lehne oder hänge. Zumindest hängt mein Körper an einem Seil und ich denke, irgendwie auch mein ganzes Leben. Alles, was was ich unter mir sehe, sind Menschen - winzig kleine. Warum? Weil ich 60 Meter über ihnen stehe. Hab ich wirklich "ja" gesagt auf die Frage: "Sag, magst du von einem Windrad so wie house running senkrecht runterrennen? Das ist sicher total lustig, gell?". – Naja, lustig ist irgendwie anders. Es ist eher aufregend, angsteinflößend und ich bin voll mit Adrenalin. Wo ich gerade bin? Tatsächlich am höchsten Punkt eines dieser riesigen Windräder, die rund um Wien verteilt, jede Menge Energie erzeugen. Es ist also kein neuer Fitness-Trend. Wien Energie will damit zum Tag des Windes (15. Juni) darauf aufmerksam machen, wie wertvoll grüne Energie ist.

Der Teil mit dem Wind-Running ist ja freiwillig. Aber ehrlich gesagt, finde ich es schon ziemlich aufregend hier. Also weiter. Wer von einem Windrad hinunterlaufen will, muss zuerst freilich erst einmal hinaufkraxeln. Klingt einfach, ist aber ziemlich mühsam. 60 Meter eine senkrechte Leiter hinaufzuklettern, ist eigentlich schon mehr als meine normale Fitnesseinheit. Aber nachdem ich hier eine der mutigen Frauen bin, die sich das antut, gilt jammern natürlich nicht. Also hinauf mit mir. Oben angekommen, merke ich zuerst mal, dass Wind tatsächlich eine Kraft hat. Daher bin ich recht dankbar, dass mich mein Helfer da oben recht schnell in Sicherheitsgurte einpackt und mit dicken Seilen "verschnürt". Gleich darauf geht’s auch schon los. Ein Fuß raus auf die Strickleiter und sich durchquetschen durch das ca 60 cm kleine Loch, dann steh ich da oben mit Blick in die Ferne und auf die Zuschauer, die mir von unten zusehen. Die größte Herausforderung ist mich von dieser Wand zu lösen und das Seil zu greifen. Der Wind weht mich ganz schön hin und her. Genau vier Mal versuche ich es bis ich das Vertrauen habe und mich nach vorne fallen lasse. In meinen Kopf schwierren Sachen wie "bist du wahnsinnig, warum meldest du dich immer freiwillig für so etwas, Mama bitte hilf mir", herum. Im unteren Drittel aber kommt dann endlich das gute Gefühl und ich freue mich riesig meine Angst und Zweifel überwunden zu haben. Jetzt kann ich ganz stolz in meinem „Lydia macht verrückte Sachen – Buch“ Windradrunning dick einkreisen. Wer hätte das gedacht?!

Anlässlich des heurigen „Tag des Windes“ gibt es einen Kunstwettbewerb zum Thema „Windkraft“. Es können Fotos und Kunstwerke digital bis zum 31.8.2016 eingesendet werden. Die Siegerdarstellung bildet die Grundlage zur Bemalung oder Beklebung eines Windrades in Österreich und werden auch auf einer Vernissage ausgestellt.

www.tagdeswindes.at/kunst

 

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