Erdoğan erklärt aufgelöstem Mädchen, dass SoldatInnen nicht weinen

Bei einem Soldatenkongress holt der türkische Präsident Erdoğan ein kleines Mädchen in Uniform auf die Bühne und erklärt ihr, dass "Soldaten nicht weinen".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgt mit seiner Rede auf einem Kongress in Kahramanaraş Ende Februar für Aufsehen: Er wies auf der Bühne ein kleines, weinendes Mädchen zurecht.

Wie die türkische Wochenzeitung Cumhuriyetund das Nachrichtenportal Haberdar berichten, verteidigte der türkische Präsident eine Militäroffensive der Türkei in Afrin. Ein kleines Mädchen in Militäruniform salutiert im Publikum, der Präsident lässt es darauf zu sich auf die Bühne holen. Er küsste das Mädchen auf Stirn und Wangen, sie fängt - wohl vor Aufregung - an zu weinen.

Tröstende Worte oder eine beruhigende Geste gibt es vom türkischen Präsidenten nicht, dafür die mahnenden Worte: "Hier haben wir eine Bordo Bereli. Doch eine Bordo Bereli weint nicht." Die Bordo Bereliler sind eine Spezialeinheit der türkischen Streitkräfte.

Weiter verkündet Erdoğan: „Die türkische Fahne ist auch in ihrer Tasche. Wenn sie Märtyrerin wird, so Gott will, wird man sie mit der Fahne bedecken. Sie ist für alles bereit.“ Die Särge gefallener SoldatInnen werden beim Begräbnis überlicherweise mit der türkischen Flagge bedeckt.

Dann wendet er sich direkt an das kleine Mädchen: „Nicht wahr?“ Verängstigt antwortet sie: „Ja.“ Und die Menge jubelt.

Kritik: Erdoğans Verhalten sei "krank und widerlich"

In den sozialen Netzwerken sind die UserInnen weniger begeistert. Sie verurteilen das Verhalten des türkischen Staatsoberhauptes und kritisieren seinen Umgang mit dem Kind.

 

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