"Er fragte beim zweiten Date, ob ich für eine Dreierbeziehung offen wäre"

UserInnen schildern uns ihre peinlichsten Date-Erfahrungen. Hier die Geschichte von Mr. Undercover, der unter falschem Namen gleich ordentlich vorpreschte.

WIENERIN-Leserinnen haben uns von ihren schrägsten Dates erzählt. Wir präsentieren in den nächsten Tagen eine Auswahl der Texte. Heute: Der Mann mit der falschen Identität.

Ich hatte ein Date, bei dem sich mein Gegenüber mit einem falschen Namen und einem falschen Beruf vorstellte. Grundsätzlich habe ich vollstes Verständnis dafür, dass man zunächst (auf seinem Profil) anonym bleiben möchte und auch noch beim ersten Date. Ich bin da auch eher vorsichtig. Wenn ich aber jemanden zu einem zweiten Date treffe und danach auch noch von ihm auf ein drittes Date eingeladen werde, hätte ich spätestens am Ende des zweiten Dates eine Aufklärung über die wahre Identität meines Gegenüber erwartet.

Als ich mein Undercover-Date beim zweiten Treffen (aufgrund mehrerer Ungereimtheiten) darauf ansprach, ob er denn wirklich in dem von ihm auf dem Profil angegebenen Beruf tätig wäre, gab er widerwillig zu, dass er tatsächlich beruflich etwas anderes machen würde. Den richtigen Namen hat er mir übrigens nie verraten, den habe ich mehrere Monate später durch Zufall von einem Bekannten erfahren, der in derselben Firma wie Mr Undercover arbeitet.

Im Laufe des Gesprächs erwähnte Mr Undercover, dass er sich Familie wünsche. Mehr oder weniger in einem Atemzug fragte er mich, ob ich für eine Dreierbeziehung offen wäre.

Die zwei Treffen waren noch aus anderen Gründen mehr als skurril – so machte mir Mr Undercover abwechselnd Komplimente („tolle Frau“, „ganz besondere Frau“), ließ aber zwischendurch immer wieder Kommentare einfließen wie: „Eigentlich wollte ich ja immer eine Ärztin als Freundin, aber die sind so wählerisch und immer sofort vergeben.“ Zur Info: Ich bin keine Ärztin. Welche Strategie er damit verfolgte, ist mir bis heute ein Rätsel. Vielleicht etwas, das er in einem Ratgeber für Aufreißer gelesen hatte, who knows. … Als Hobby nannte mir Mr Undercover unter anderem, dass er als Crossfit-Trainer arbeiten würde. Auf meine Frage, was ihm an Crossfit so gut gefallen würde, antwortete er mir, dass er (neben der sportlichen Herausforderung) als Trainer zusätzlich Leute quälen könnte. Und das würde ihm Spaß machen. Ich lachte, um ihm zu zeigen, dass ich den Witz verstanden hätte. Die Antwort war, dass er das durchaus ernst gemeint hätte. Im Laufe des Gesprächs erwähnte Mr Undercover, dass er sich Familie wünsche. Mehr oder weniger in einem Atemzug fragte er mich, ob ich für eine Dreierbeziehung offen wäre. Noch Fragen?

Ich traf mich mit Mr Undercover auf kein drittes Date, weil er mir nicht nur unsympathisch war, sondern ich mich nach dem zweiten Date schon fast vor ihm zu fürchten begann. Mein Bekannter, der Mr Undercover aus dem Job kannte, gratulierte mir zu dieser Entscheidung und erwähnte beiläufig, dass Mr Undercover in der Firma einen sehr zweifelhaften Ruf hätte und außerdem seit einem Jahr in einer offiziellen Beziehung wäre.

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Ich wusste gar nicht, dass man studieren muss, um beim Magistrat zu arbeiten.
 

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