Equal Pension Day: Frauen erhalten im Durchschnitt 42 Prozent weniger Pension

Heute, am Equal Pension Day, haben Männer bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst am Jahresende bekommen haben werden.

Equal Pension Day

Der Equal Pension Day beschreibt jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis Ende des Jahres bekommen haben werden – in Österreich ist das heute, am 30. Juli. Im Schnitt bekommen Frauen hierzulande 41,86 Prozent weniger Pension als Männer. Das sind rund 825 Euro weniger, die ihnen pro Monat zur Verfügung stehen.

Keine Verbesserung zum Vorjahr

Im Vergleich zum vorigen Jahr ist der Equal Pension Day in Österreich um einen Tag nach hinten gerückt – das liegt traurigerweise aber nur daran, dass wir heuer ein Schaltjahr haben. Seit der erstmaligen Auswertung des Equal Pension Days 2015 hat sich der Stichtag um vier Tage nach hinten verschoben.

Größte Verbesserung in Wien

Betrachtet man den Equal Pension Day je nach Bundesland, sind hier relativ große Unterschiede erkennbar: So "feiert" Vorarlberg seinen Equal Pay Day bereits am 7. Juli, Salzburg dann am 29. Juli, Kärnten am 4. August und Wien erst am 2. September.

Die größte Verbesserung seit der ersten Auswertung vor fünf Jahren ist bundeweit in Wien zu erkennen: Hier hat sich der Equal Pension Day seit 2015 zwölf Tage nach hinten verschoben. In Niederösterreich waren es sechs Tage, in Tirol allerdings nur einer.

Was macht die Pensionslücke so groß?

Nach den Autor*innen der Studie gibt es für die großen Unterschiede zwischen den Pensionen von Männern und Frauen mehrere Gründe. Zum einen die Zahl der Betragsjahre: Frauen haben durchschnittlich zehn Betragsjahre weniger, was vermutlich auf Betreuungspflichten und damit einhergehende Arbeitsunterbrechungen zurückzuführen ist. Während bei den 2018 neuzuerkannten Alterspensionen 52 Prozent der Männer auf die 45 Versicherungsjahre kamen, die 80 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens als Pension garantieren, waren es bei den Frauen gerade einmal zwei Prozent.

Zum anderen sorgt die Lohnschere wenig überraschend auch für Ungerechtigkeiten bei der Pension: Frauen verdienen hierzulande bei einer Vollzeitanstellung rund 19,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – was klar über den EU-Durchschnitt von 16,7 Prozent liegt. Zudem arbeiten sie öfter in schlecht bezahlten Branchen.

 

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