Endloser Plastikmüll statt Karibik-Idylle

Die Fotografin Caroline Power plante einen Tauchgang in der Karibik. Stattdessen trieb ihr Boot durch einen kilometerlangen Teppich aus Plastikbesteck, Flip-Flops und Einwegsackerl.

"DAS MUSS AUFHÖREN."

Mit großen Lettern eröffnet Caroline Power ihr Facebook-Posting, dabei sprechen die Bilder, die die Fotografin veröffentlicht, Bände: Entstanden während eines Bootstrips in der Karibik, zeigen sie statt klarem Wasser und Meeresidylle einen scheinbar undurchdringbaren Teppich aus Plastikmüll.

Plastikbesteck und Flip-Flops in "unberührtem" Tauchgebiet

Unterwasser-Fotografin Caroline war mit Freunden unterwegs zu einem Tauchausflug in der Nähe der Insel Roatán, einem Gebiet, dass zu einem der unberührtesten Tauchplätze der Welt zählt - jedoch nur scheinbar. "Wo wir auch hinschauten - Plastiktüten in allen Formen und Größen: Chips-Tüten, Frischhaltebeutel, Lebensmitteltüten, Müll, Snack-Tüten und andere Verpackungen. Manche waren ganz, der Rest war nur Teile", erzählt Caroline Power dem britischen "The Telegraph". Ganze acht Kilometer lang sei das Bott in dem Plastik-Teppich getrieben: "Es gab auch eine scheinbar endlose Anzahl an Plastikgabeln, Löffeln, Trinkflaschen und Tellern. Es gab kaputte Fußbälle, Zahnbürsten, einen Fernseher und wirklich viele Schuhe und Flip-Flops."

Der Müll wurde angeblich über den Fluss Motagua in Guatemala ins Meer geschwemmt.

Appell: "Jeder einzelne muss über sein Verhalten nachdenken"

Caroline richtet mit ihrem Posting einen Aufruf an die UserInnen:

"Denkt über euren Alltag nach. Worin hast du dein Take-Away-Essen zuletzt transportiert? Worin hast du dein Street Food bekommen? Wahrscheinlich in Styropor und mit einer Plastikgabel in einem Plastiksackerl. Verwendest du immer noch Müllsäcke aus Plastik? Getränkeflaschen aus Plastik? Verschließbare Plastiksackerl? Frischhaltefolie für dein Essen?
Kaufst du Klopapier, das in Plastik verpackt ist anstatt in Papier? Gibst du das Obst und Gemüse, das du im Supermarkt kaufst, in Plastiksackerl?

Ich fordere jede Person und jedes Unternehmen heraus, ihren Müll für eine Woche nicht zu entsorgen. Trennt Biomüll und Recycle-Material und hebt den Rest für eine Woche auf. Es wird euch anekeln, wie viele Einmalverpackungen ihr verwendet."

 

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