Endlich wieder selbstbestimmt: Vormundschaft von Britneys Vater aufgehoben

Seit 2008 lebte Popstar Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters, wodurch beinahe alle Aspekte ihres Lebens durch ihn kontrolliert wurden.

Vormundschaft von Britney Spears Vater aufgehoben

Als Popstar Britney Spears vor rund dreizehn Jahren wegen Problemen mit ihrer mentalen Gesundheit in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht wurde, entmündigte Vater James Spears seine Tochter per Eilantrag. Seit 2008 lebt die Sängerin nun unter einer gesetzlichen Vormundschaft, die jeden Aspekt ihres Lebens überwacht. Alle Entscheidungen über ihre persönlichen, medizinischen und finanziellen Angelegenheiten werden vollständig von ihrem Vater kontrolliert. Immer wieder wurden Vorwürfe laut, James Spears würde seine Tochter finanziell ausbeuten.

Erst im Juni meldete sich Spears selbst telefonisch bei einer Anhörung vor Gericht zu Wort und forderte die Beendigung der Vormundschaft. Dabei beschuldigte sie selbst ihren Vater, sie "auszunutzen" und zu "schikanieren", klagte, sie sei "traumatisiert" und "deprimiert": "Ich will nur mein Leben zurück", gab die Sängerin zu Protokoll.

Vormundschaft bezeichnet die gesetzlich geregelte rechtliche Fürsorge für eine unmündige Person, der die eigene Geschäftsfähigkeit fehlt, sowie für das Vermögen dieser Person.

"Toxisches Umfeld"

Am Mittwochnachmittag entschied Richterin Brenda J. Penny am Los Angeles Superior Court, Jamie Spears als Vormund des Nachlasses seiner Tochter zu suspendieren. John Zabel, ein zugelassener Wirtschaftsprüfer, wird diese Rolle vorerst übernehmen. Penny setzte Zabel nur bis zur nächsten Gerichtsanhörung, die für den 12. November anberaumt ist, als neuen vorläufigen Vormund für Spears' Nachlass ein. Zu diesem Zeitpunkt plant der Richter, die Vormundschaft zu beenden und die 39-jährige Sängerin 'freizulassen'.

Mit dieser Entscheidung kam Penny der dringlichsten Bitte von Britney nach: ihren Vater sofort zu entlassen. Der Associated Press zufolge sagte die Richterin während der Anhörung: "Die derzeitige Regelung ist unhaltbar. Sie spiegelt ein toxisches Umfeld wider, das die Suspendierung von James Spears erfordert."

#FreeBritney endlich Realität

Seit über einem Jahr trendet der Hashtag #FreeBritney in den sozialen Medien. Menschen auf der ganzen Welt setzen sich für die Sängerin ein und verlangen, die Vormundschaft endlich zu beenden. Einige Fans meinten auch auf Britneys Instagram-Account, welcher Spekulationen zufolge auch überwacht werden soll, versteckte "Hilferufe" zu erkannt zu haben. Mehrere Dokumentationen (wie jüngst die Netflix-Doku Britney vs. Spears) setzen sich mit der Thematik auseinander, auf der ganzen Welt verfolgte man die Entwicklung in dem Fall um Britneys Vormundschaft. Die nun erzielte Aufhebung der Vormundschaft sorgt für Freude und Erleichterung bei Fans überall.

Selbst entscheiden

Viele Jahre war die Popsängerin in ihrem eigenen Dasein gefangen. Mit Anfang nächsten Jahres wird die 39-Jährige nun endlich wieder ein selbstbestimmtes Leben führen können. Selbst entscheiden, wie sie ihre Finanzen verwaltet, wie es mit ihrer Karriere weitergeht und wie sie ihren Alltag gestaltet.

Für viele Menschen ist der Fall Britney ein besorgniserregendes Beispiel dafür, wie 'leicht' die eigene Autonomie entzogen werden kann (Forderungen nach einer Anpassung des US-amerikanischen Vormundschaftsgesetztes wurden in den vergangenen Monaten immer lauter), aber auch dafür, wie Schein und Realität auseinanderklaffen können. Jahrelang war Britney Spears die Ikone der Popkultur und prägte mit ihrer Musik und ihren Auftritten Generationen - wie es viele Jahre hinter verschlossenen Türen aussah und welchen Druck Spears Vater auf die Sängerin ausgeübt hatte, war lange Zeit nicht bekannt.

 

Aktuell