Endlich mehr Gendergerechtigkeit in der heimischen Filmbranche?

Österreichs Filmwirtschaft verpflichtet sich, konkrete Maßnahmen zu setzen, um die Positionen von Frauen im Kulturbereich zu stärken.

Frauen in der Filmbranche

Insgesamt 38 Produktionsfirmen haben eine Vereinbarung unterschrieben, durch die sie sich verpflichten, Frauen in der Filmbranche gleich zu bezahlen wie Männer, Frauen stärker einbinden und Frauenrollen abseits von Geschlechterstereotypen auf Leinwänden Platz zu geben. Inclusion Rider heißt die freiwillige Selbstverpflichtung, die vom ProduzentInnen-Netzwerk Film Fatal ins Leben gerufen wurde.

Film Fatal ist vor einigen Jahren als Netzwerk gestartet, um konkrete Maßnahmen zu setzen, die die Beschäftigungsraten sowie die Arbeitsverhältnisse von Frauen in der österreichischen Filmbranche verbessern.

Der Inclusion Rider ist nun eine Absichtserklärung österreichischer Produktionsfirmen, die Chancengleichheit der Geschlechter als festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu implementieren. Er soll dabei helfen, ein Bewusstsein für die Situation von Frauen in der Branche zu schaffen und Veränderung anzustoßen. Laut Produzentin Constanze Schumann sei der Inclusion Rider eine der wenigen Initiativen, die von der Produktionsseite ausgeht. Es handelt sich zwar „nur um eine freiwillige Selbstverpflichtung“, die sei aber notwendig, weil sich in den vergangen Jahren zu wenig in Sachen Sichtbarkeit von Frauen in der Filmbranche getan hat.

Mehr Frauen hinter der Kamera und weniger Stereotype

Die Forderungen der zweiseitigen Erklärung lassen sich in drei Bereiche gliedern: Es sollen mehr Frauen hinter der Kamera sein, der Einkommensunterschied beseitigt werden und die Präsenz von Frauen auf der Leinwand verstärkt werden – und zwar ohne Geschlechterstereotype. Im Inclusion Rider etwa rät man zum Bechdel-Test.

Der Bechdel-Test stellt die folgenden drei Fragen. Nur wenn alle drei positiv beantwortet werden können, hat ein Film den Test bestanden:

  • Gibt es mindestens zwei Frauenrollen mit Namen?
  • Sprechen sie miteinander?
  • Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?

Die Denkweise muss sich ändern

Bei der Präsentation der Absichtserklärung diese Woche betont man die Wichtigkeit dahinter: "Wer heutzutage nicht gendert, ist out. Und wer sich nicht für Geschlechtergerechtigkeit einsetzt, wird seine beruflichen Ziele nicht mehr so erreichen wie früher", stellte Mercedes Echerer klar, betont aber gleichzeitig, dass ein Papier wenig nützt, wenn sich die Denkweisen nicht ändern. Marie Kreutzer plädiert zusätzlich für eine Frauenquote bei der Filmförderung und auch Schauspieler Faris Rahoma findet klare Worte: „Ich unterstütze den Inclusion Rider genauso wie ich jedes Vorhaben unterstütze, das dabei hilft vorherrschende Ungerechtigkeiten jeglicher Art zwischen Frauen und Männern zu beenden!“

 

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