Endlich: Harvey Weinstein in Vergewaltigungsprozess schuldig gesprochen

Es ist ein Teilerfolg für die #MeToo-Bewegung und ein Urteil, das wohl in die Geschichte eingeht: Ex-Filmstudio-Boss Harvey Weinstein ist der Vergewaltigung und schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen worden.

Harvey Weinstein

Rund zwei Jahre nach Aufkommen des #Metoo-Movements und den ersten Anschuldigungen gegen den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein ist es nun endlich so weit: Weinstein ist wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden. Weinsteins Anwälte wollen das Urteil anfechten.

Vorwürfe von über 80 Frauen

Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Im medienwirksamen New Yorker Prozess ging es aber vor allem um zwei Fälle: Weinstein habe 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt.

Fünf Tage lang berieten die zwölf Geschworenen über die Vorwürfe gegen den 67-jährigen Produzenten – nun der Schuldspruch. Für Weinstein ist es mit diesem Urteil allerdings nicht getan: Auch in Los Angeles wurde er wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort kommt es möglicherweise noch zu einem Prozess.

Reaktionen auf das Urteil

Für viele galt der der Weinstein-Prozess als Prüfstein der #MeToo-Bewegung: Weinstein stand als Symbol für sexuelle Gewalt gegen Frauen und die viele Jahre geltende Unantastbarkeit mächtiger Männer in Hollywood.

Dass Weinstein nun schuldig gesprochen wurde, sehen viele als Erfolg – gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass der 67-Jährige nur in zwei der fünf Anklagen (die man aus den zahlreichen Vorwürfen abgeleitet hatte) schuldig gesprochen wurde. Nicht schuldig sei Weinstein etwa im schwersten Anklagepunkt des "predatory sexual assault": Dabei geht es nicht um einen einzelnen Übergriff, sondern um ein "raubtierhaftes" Verhaltensmuster gegenüber Frauen. Diesen Straftatbestand sah die Jury nicht als erfüllt.

Die Frauenrechtsbewegung Time‘s Up feiert das Urteil dennoch und spricht vom Beginn einer "neuen Ära der Gerechtigkeit": Es handle sich um eine deutliche Botschaft, dass sexuelle Gewalt nicht länger geduldet werde, wie die New York Times berichten.

Weitere zahlreiche Reaktionen auf Weinsteins Schuldspruch folgten:

 

Aktuell