Emma Thompson: „Sexismus in der Filmindustrie ist schlimmer denn je“

Es gibt keine nenneswerte Verbesserung was Sexismus und Altersdiskriminierung in Hollywood betrifft, so Emma Thompson. Im Gegenteil, im Vergleich zu ihrer Jugend wurde es sogar schlimmer.

Die Oscar-Preisträgerin Emma Thompson war die letzte in einer Reihe von Frauen wie Maggie Gyllenhall, Hellen Mirren und Patricia Arquette, die sich gegen Sexismus in Hollywood geäußert haben. In einem Interview mit der britischen Radio Times sagt Thompson: „Ich denke es ist noch immer komplett scheiße. Es gab keine nennenswerte Verbesserung für Frauen in den letzten Jahren, es ist sogar schlimmer geworden. Frauen stehen heute unter einem noch extremeren Druck einen bestimmten Look zu haben, als als ich jung war.“

Thompson versucht sich mit der jüngeren Generation auszutauschen: „Ich rede mit so vielen jungen Schauspielerinnen wie ich kann, und in den Gesprächen geht es immer um dasselbe: Seit Jahren reden und schreiben wir über diese Probleme, und es hat sich nichts verbessert. Es sind sogar noch mehr Unannehmlichkeiten und Arten des Sexismus hinzugekommen. Diese Probleme sind tief verwurzelt in Hollywood.“

Keine Chance im Alter

Vor zwei Monaten sorgte Maggie Gyllenhaal für Schlagzeilen, ein Produzent sagte ihr sie sei mit 37 zu alt um die Liebhaberin eines 55-Jährigen zu spielen. Dem geht eine lange Tradition voraus, dass sehr junge Schauspielerinnen meist gegenüber 20 Jahre älteren Hauptcharakteren gecastet werden. Für ältere Schauspielerinnen gibt es kaum Rollen, ein Problem mit dem alternde Männer nicht zu kämpfen haben.

Vulture hat Grafiken über das Alter von Jennifer Lawrence und ihren Film-Liebhabern erstellt:

Hinzukommt die Geschlechtereinkommenslücke. 2013 war Jennifer Lawrence mit „The Hunger Games“ der Star eines der erfolgreichsten Filme des Jahres und hatte gerade einen Oskar für Silver Linings Playbook bekommen. Ohne Zweifel hob sie das Star-Profil des Films. Amy Adams war zu diesem Zeitpunkt vier Mal für den Oskar nominiert, mehr als ihre beiden männlichen Co-Stars gemeinsam. Trotzdem verdienten beide weniger als die männlichen Darsteller Bradley Cooper, Christian Bale und Jeremy Renner.

So ernüchternd es ist, reiche und berühmte Frauen leiden unter denselben Diskriminierungen wie wir alle. Erfreulicherweise verbalisieren auch Hollywood-Schauspieler die Situation immer öfter und setzen sich für Gleichberechtigung ein.

 

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