Eltern, hört auf von gesundem Essen zu reden!

Kinder essen immer das am liebsten, was ungesund ist. Aber warum ist das so und warum sollte man nicht von gesundem Essen reden?

Wenn Sie Ihr Kind fragen, was es am liebsten isst, werden sie wohl nicht selten zur Antwort bekommen: "Schokolade oder Gummi-Bärli!" Aber warum? Dabei meint man es doch nur gut mit den Kleinen, wenn man Ihnen von gesunder Ernährung erzählt.

Aber genau darin liegt der ganz große Fehler, meint Ernährungspsychologe Thomas Ellrott. "Gesund" assoziieren die Kinder nämlich mit Lebensmitteln, die ihnen nicht schmecken. "Und, noch unglücklicher: mit Bevormundung und Zwang. "Gesund" bedeutet: "Ich muss das essen, obwohl ich es nicht will."

Man sollte das Essen nicht bewerten

Laut Ellrott wäre es wichtig, das Essen nicht zu werten. "Ist eine Erdbeere gesund? Auch in Erdbeeren stecken nicht alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Und ist eine Erdbeere mit ein paar Krümeln Zucker darauf gleich ungesund, wie mein Sohn in der Schule gelernt hat? Der Gesamtkonsum über längere Zeit entscheidet darüber, ob man gesund bleibt", sagt Ellrott in einem Interview mit der Zeit.

Aber wie kann man Kinder dazu bringen, auch etwas Gesundes zu essen. Elrott hat einen Tipp parat: "Es wäre besser, den Kindern mitzuteilen, dass auf dem Teller auch noch andere Farben zu finden sind, so ist das doch langweilig."

Essverhalten hat etwas mit Aufmerksamkeit zu tun

Das Essverhalten hat oft aber auch etwas mit Aufmerksamkeit zu tun. Ellrott erklärt: "Als mein Sohn fünf war, sagte er plötzlich: 'Paprika mag ich aber nicht.' Er hatte zuvor immer Paprika gegessen. Leider haben wir falsch reagiert. Wir haben unserem Kind erklärt, dass er doch immer Paprika gegessen hat und dass in seinem Lieblingsessen, der Gluaschsuppe, auch Paprika drinnen ist. Was wir nicht kapierten, war, dass es ihm gar nicht um Paprika ging. Sondern um Zuwendung und Aufmerksamkeit. Die hat er bekommen."

 

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