Eltern haben wirklich ein Lieblingskind

Das ganze Leben lang sagen Eltern, sie hätten kein Lieblingskind. Das stimmt nicht, sagt eine wissenschaftliche Studie.

Ob Erstgeborene oder Jüngste - Eltern sagen immer, sie würden ihre Kinder alle gleich lieben. Wissenschaftliche Studien weisen jedoch auf das Gegenteil hin: eine langjährige Studie der Soziologin Katherine Conger fand heraus, was viele schon lange vermutet hatten: Elternhaben wirklich ein Lieblingskind.

74 Prozent der Mütter haben ein Lieblingskind


Koger und ihr ForscherInnenteam haben 384 Familien begleitet, mit Kindern, die maximal vier Jahre Altersunterschied zueinander haben. Die Studie, die im Jounal of Family Psychology veröffentlicht wurde, fand heraus, dass 74 Prozent der Mütter und 70 Prozent der Väter angaben, eines ihrer Kinder bevorzugend zu behandeln.

Die Eltern sagten nicht, welches Kind sie bevorzugten, aber Conger und ihr Team hatten da eine Theorie: "Unsere Hypothese war, dass ältere, früher geborene Kinder weniger Beachtung von ihren Eltern bekommen."

Doch diese Hypothese stellte sich als falsch heraus: Erstgeborene waren in den meisten Fällen die Lieblingskinder der Eltern, während jüngere Kinder darunter litten. Ihr Selbstbewusstsein würde darunter leiden, ständig den Ansprüchen, die ältere Geschwister gesetzt haben, gerecht werden zu müssen. Schließlich sind Erstgeborene immer die Ersten: bei guten Noten, bei gewonnenen Wettkämpfen, beim Schulabschluss.

Kinder konkurrieren um Liebe der Eltern


Was die ForscherInnen außerdem herausfanden: unabhängig von den Präferenzen der Eltern, hatten die Kinder immer das Gefühl, dass ihre Eltern die anderen Geschwister lieber haben. "Jedes Kind denkt, dass der Bruder oder die Schwester mehr bekommt", so Conger gegenüber dem Magazin "Science of Us".

Was lernen wir daraus? Erstens: Geschwister haben es nicht leicht - sie konkurrieren in gewisser Weise immer um die Liebe ihrer Eltern. Die guten Nachrichten sind aber: ihre Beziehung hat viel mehr Vorteile. Denn Geschwister zu haben macht sozialer und garantiert im Erwachsenenleben meist stabilere Beziehungen.

 

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