Elisabeth Köstinger kontert sexistischen Hasspostings

Köstinger findet auf Facebook klare Worte für Hassposter und solidarisiert sich mit Sigi Maurer.

Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, sehen sich immer wieder mit sexistischen, rassistischen und beleidigenden Hasskommentaren und -nachrichten konfrontiert. Sich dagegen zu wehren, ist, wie der Fall von Sigi Maurer kürzlich zeigte, (sehr) schwierig. Sie hatte die anstößigen Nachrichten eines Bierladensbesitzers an sie veröffentlicht und wurde dafür wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt (mehr dazu hier).

Nun veröffentlichte auch die Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) Facebook-Kommentare, die herabwürdigende, sexistische und beleidigende Äußerungen über die Ministerin zeigen.

Köstinger schreibt auf Facebook: "Man muss nicht immer einer Meinung sein, Diskussionen sind ein wichtiger Teil der Meinungsbildung und unterschiedliche Auffassungen sind der Grundstein unserer Demokratie. Dumpfen Hass und Abwertung von Menschen werde ich aber nicht akzeptieren. Das ist nicht der Weg, wie wir miteinander umgehen sollten. Soziale Medien sind kein Freibrief für verbale Abwertung - egal von wem".

Die Ministerin, die kürzlich ihr erstes Kind auf die Welt brachte, wird ich sich in den Kommentaren auch mit Body-Shaming konfrontiert ("Oho Köstinger hat ja schon geworfen. Sieht man ihr gar nicht an").

In einer Reaktion auf eine beleidigende Äußerung schreibt sie, sie wäre "noch nie so stolz auf ihren Körper gewesen wie jetzt" und hoffe, dass "man als Frau über solche Kommentare nur lachen kann".

Köstinger: Urteil gegen Maurer unverständlich

In einem Interview mit der futurezone zeigt sich die Ministerin weiter nachdenklich. Kommentare wie diese seien "unerträglich", erklärt die Ministerin und solidarisiert sich - über die Parteigrenzen hinweg - mit Sigi Maurer. Das Urteil gegen die ehemalige Grüne Nationalratsabgeordnete Maurer sei "unverständlich", man würde seitens der Regierung "alles tun, um Betroffene rechtlich zu stärken", so Köstinger.

Gut, dass mit Elisabeth Köstinger endlich auch ein weibliches Regierungsmitglied öffentlich Stellung zu der Problematik nimmt und persönliche Betroffenenheit zum Thema macht. Als Person des öffentlichen Interesses ist wichtig, über den Dingen zu stehen - noch wichtiger wäre es nun, auch anderen Frauen rechtliche Instrumente zu geben, um sich zu wehren - die Zeiten, in denen Frauen Hass und Sexismus mit einem Lächeln ertragen mussten, sind nämlich vorbei.

 

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