Elena von Avalor ist feministische Disney-Prinzessin

Disney nimmt sich Kritik zu Herzen und wird mit jeder neuen Prinzessin ein bisschen progressiver.

Disney hat auf die Kritik der letzten Jahre gehört und uns eine Antwort gezeichnet: Sie heißt Elena von Avalor und sie hat definitiv das Zeug zur nächsten feministischen Disney-Ikone!

Kritik für konformistische, weiße Prinzessinnen

Disneys Märchen hatten ja schon immer ein Problem mit traditionellen Rollenbildern: Meist handelten die Geschichten davon, dass Frauen durch das Finden des perfekten Mannes die Erlösung fanden. Als reflektiertes Elternteil freut man sich wenig, wenn die jungen Nachkommen schon in frühestem Alter mit Hardcore-Geschlechterstereotypen penetriert werden und kleine Mädchen ihren Lebenssinn im Schönsein und dem Warten auf einen Mann sehen. Die Geschichten verliefen immer ein bisschen ähnlich: Höhepunkt war die Erlösung der Prinzessin von einem Fluch durch die wahre Liebe.

Erste Schritte mit Tiana und Elsa

Disney musste auch schon viel Kritik einstecken, weil ihre Prinzessinnen nicht gerade vielfältig waren, und immer nur weiße, blonde Schönheiten repräsentierten. Mit Mulan und Prinzessin Tiana wurden erstmals auch andere Ethnien dargestellt und Prinzessin Elsa von Frozen wurde weithin als feministischer Erfolg gefeiert. (In Frozen - Die Eiskönigin gibt es keine Liebesgeschichte für Elsa, statt dessen findet sie mit der Hilfe ihrer Schwester zu sich selbst und erlöst sich von ihrem Fluch).

Elena ist Latina und selbstständig

Jetzt gibt es Elena von Avalor, eine Latino-Prinzessin, die aber vorest nur in englischer Version auf dem amerikanischen Disney-Channel verfügbar ist. Im Moment ist "Elena of Avalor" eine Serie, im Herbst soll ein Fernsehfilm dazu herauskommen. Laut Vogue-Kulturredakteurin Patricia Garcia ist die Darstellung von Latino-Kultur nicht klischeebelastet, sondern repräsentiert eine Reihe an typischen Traditionen, allerdings auf lustige und kindergerechte Art und Weise. Elenas Großeltern haben einen Akzent, wie viele Immigranten erster Generation und viele der Charaktere haben spanische Namen wie Mateo, Luna und Francisco.

Prinzessin Elena ist ihre eigene Heldin

Elena ist eine sechzehnjährige Prinzessin, die ihre Eltern aufgrund böser Zauberer verloren hat. Daraufhin muss sie das Land Avalor alleine regieren, was sie souverän und selbstbewusst meistert. Als sie mit der Aufgabe konfrontiert wird, einen Beratungsstab zusammenzustellen, lässt sie sich von Kanadas Premierminister Justin Trudeau inspirieren, und erwählt ein geschlechtergerechtes Kabinett.

Die Schauspielerin Aimee Carrero ist die Synchronsprecherin von Elena und hat der Vogue folgendes erzählt: "Sie macht Fehler, aber sie ist hartnäckig und wenn sie sich irrt, probiert sie es immer und immer wieder. Das mag ich am liebsten an ihr."

Keine Liebesgeschichte für Elena

Und der beste Teil: Es gibt keine Pläne für eine Liebesgeschichte für Elena. Obwohl die Serie mehrere männliche Charaktere beinhält, wird die Beziehung zwischen Elena und den Burschen strikt platonisch bleiben. Sie ist ihre eigene Heldin und muss nicht gerettet werden. "Genau das passiert doch gerade in der jungen Generation", erzählt Carrero. "Die Menschen finden ihre Partner später im Leben. Elena fokussiert sich auf ihren Job und ihre persönliche Entwicklung, und so geht es vielen jungen Frauen heutzutage."

Studie: Disney-Kultur hat Einfluss auf Kinder

Studien haben bereits gezeigt: Die Disney-Prinzessinnen-Kultur hat einen massiven Einfluss auf Kinder. Sie macht Mädchen unsicher und Burschen selbstbewusst. Wie sich die neuen Charaktere auf Kinder auswirken, wird sich erst zeigen, aber die progressiven Entwicklungen in der Kultur machen uns Hoffnung.

 

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