Eisklettern am Hotel

Nichts für schwache Nerven: Wer schon einmal geklettert ist, kennt den Adrenalinstoß nur zu gut. Sich an einer vereisten Wand hoch zu hanteln lässt das Herz noch stärker schlagen. Im Salzburger Hof in Leogang können Gäste am Wasserfall an der Hotelwand ihr Glück im Eisklettern versuchen: Wir haben es ausprobiert!

"Versuch´es noch ein bisschen weiter links", die Anweisungen von Bergführer Lukas Seiwald sind nur undeutlich zu hören. Zu sehr bin ich damit beschäftigt, mich mit den beiden Pickel am brüchigen Eis fest zu klammern, um hoch zu klettern. Die Steigeisen an meinen Schuhen sind nur mäßig hilfreich: "Die Fersen sollten beim Einhacken immer nach außen zeigen", hat uns der Enddreißiger zuvor erklärt. Ein Wissen, das bloß in der Theorie hilft - an der Eiswand will es mir nicht und nicht gelingen.

14 Meter hoch ist der "Glücksfall" an der Westseite des 4-Stern-Hotels Salzburger Hof in Leogang. Auf diesen 14 Meter, an denen im Sommer ein Wasserfall über die Wand aus Spritzbeton plätschert, bildet sich im Winter eine mehr oder weniger dicke Eisschicht. Und es wäre nicht das Hotel "für aktive Geniesser", gäbe es nicht das Angebot, an diesem vereisten Wahrzeichen des Hauses hoch zu klettern.

Hotel Salzburger Hof Leogang
Sonnberg 170, 5760 Leogang
Tel.: +43 (0)664 200 63 84
Email: office@salzburgerhof.co.at
Zimmerpreise: zwischen 90 und 150 Euro pro Person/ pro Nacht inkl. Halbpension
Anreise: mit dem Auto aus Ost-Österreich: Westautobahn Wien – Salzburg (A1), Ausfahrt Wals-Lofer, über das kleine Deutsche Eck nach Lofer, Richtung Saalfelden – Leogang (400 km von Wien)
mit dem Zug: Der nächstgelegene Fernbahnhof ist Saalfelden. Die Abholung am Bahnhof erfolgt kostenlos. Die Anreise ist täglich möglich.
Einmal jährlich findet - abhängig von der Wetterlage - ein "Eiskletter-Wochenende" mit Klettermöglichkeit unter Anleitung eines Bergführers statt.
Leogang liegt in einem der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs, dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang. Zwischen 788 m bis 1914 m versprechen 55 modernste Liftanlagen und 200 km präparierte Skipisten Wintersportvergnügen pur. Im Sommer sorgen 400 km bestens beschilderte und gepflegte Wanderwege für Bewegung und Genuss in bergigen Höhen. Die kann man zum Beispiel mit der Wanderführerin des Salzburger Hofs erleben.
Nähere Informationen und Preise unter: www.salzburgerhof.eu

Einmal jährlich sind wagemutige Gäste eingeladen, an einem Wochenende in die Fußstapfen des Extremsportlers und Mount Everest Besteigers Wolfgang Fasching zu steigen, der im März 2010 den Glücksfall als Erster erklommen hat. Ein Angebot, das stark vom Wetter abhängig ist.

Modernste Kletterhalle

Auch in diesem Jahr wäre das Eisklettern beinah den warmen Temperaturen zum Opfer gefallen. Gut, dass es seit Kurzem eine ideale Indoor-Alternative in der Nähe gibt: Mit felsenfest hat im 7 Minuten entfernten Saalfelden die - laut Geschäftsführer Georg Kysela - "modernste Kletterhalle" Österreichs ihre Türen geöffnet. Zeitgemäß ist nicht nur das wirtschaftliche Konzept, schließlich handelt es sich um die einzige privat betriebene Halle des Landes, sondern auch der Bau selbst. Komplett aus Holz mit speziellem Fallschutzboden und Solarpanelen ausgestattet bietet sie auf 1.700m2 Kletterfläche den idealen Spielplatz für Kletterprofis - und EinsteigerInnen wie uns, die sich auf das Klettern im Freien vorbereiten möchten.

Unter Anleitung des Profi-Bergführers Lukas heißt es: Knoten lernen, abseilen, Vorstieg probieren und vor allem hoch hinauf! Vormittags in der Halle, nachmittags auf dem Glückfall: "Geht doch besser als gedacht", juble ich, als ich es mit Steigeisen, Pickel und Helm bewaffnet auf das Zwischenplateau des Eisfalls schaffe. Ob es an der guten Vorbereitung in der Halle, den ermunternden Worten von unten oder doch an der Aussicht auf Belohnung liegt?

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Letztere wartet nicht nur in Form von Après-Ski, das wie die Pisten selbst nur zwei Minuten vom Salzburger Hof entfernt liegt, sondern vor allem im Wellness-Bereich des Hotels. Indoor Hot Whirlpool, Finnsaunen, Sanarien und Aromadampfbad bieten Entspannung für die beanspruchten Muskeln. Und wenn das nicht reicht, kann man sich eine Massage gönnen - nach dem Eisklettern habe ich mir das redlich verdient...

 

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