Ein Deutsches Gymnasium verleiht Burkinis und alle regen sich auf

Ein deutsches Gymnasium hat 20 Burkiniss für muslimische Schülerinnen gekauft.

Am Gymnasium der Stadt Herne im deutschen Nordrhein-Westfalen gibt es verpflichtenden Schwimmunterricht. Damit den alle besuchen können, hat die Schule 20 Burkinis um 400 Euro gekauft. Muslimische Mitschülerinnen können sich die Burkinis ausleihen. Die Anschaffung wurde durch Spenden und Fördermittel finanziert, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet.

"Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen", begründet Schullleiter Volker Gößling die Anschaffung. In der Vergangenheit hätten Mädchen sich immer wieder geweigert, ohne den den ganzen Körper verhüllenden Badeanzug schwimmen zu gehen. Inzwischen hätten bereits 15 Mädchen Burkinis ausgeliehen.

Kritik an Burkinis

"Damit zementiert eine Schule ein frauendiskriminierendes Rollenverständnis an einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gerade das Gegenteil lernen und sich frei entfalten sollten", kritisiert die CDU-Vizechefin Julia Klöckner. Hinter den Kleidungsvorschriften stecke "ein voraufklärerisches, patriarchalisches Verständnis von der Rolle der Frau". Die Maßnahme sei "vorauseilender Gehorsam" und ein "Einknicken vor fundamentalistischen Elternhäusern".

Für die Schulministerin Nordrhein-Westfalens, Yvonne Gebauer von der FDP, gehört die Anschaffung von Burkinis nicht zu den "Grundaufgaben einer Schule". Außerdem gäbe es rechtlich keinen Anspruch auf "geschlechtergetrennten Schwimmunterricht".

... und ein bisschen Lob

Der Integrationsratsvorsitzende Muzaffer Oruc lobt die Schule hingegen für ihr "kultursensibles" Handeln und sagt: "Wenn junge Frauen aus Glaubensgründen nicht mit Männern schwimmen wollen, muss man das akzeptieren." Bleiben Schülerinnen dem Unterricht fern, sei das ja "auch keine Integration".

Schulleiter Gößling sieht das ähnlich: "Bei uns soll jeder schwimmen lernen – und dafür schaffe ich die Bedingungen." Die Lehrergewerkschaft und die Eltern der SchülerInnen begrüßen die Anschaffung außerdem.

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