Ehemänner haben keine Ahnung, wieviele Orgasmen ihre Frauen wirklich haben

Eine neue Studie bescheinigt Männern ein massives Wahrnehmungsproblem.

Für Männer scheint der weibliche Orgasmus ein unlösbares Mysterium zu sein, dessen Existenz nicht eindeutig ist. Das ist jetzt kein blödes Gerede, sondern stützt sich auf wissenschaftliche Tatsachen: Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal of Sexual Medicine, untersuchte die Orgasmushäufigkeit und sexuelle Wahrnehmung frisch vermählter Paare. Das Ergebnis: Männer haben eigentlich keine Ahnung, ob ihre Frauen kommen oder nicht.

43 Prozent der Männer überschätzen, wie oft ihre Frauen einen Orgasmus haben

Die ForscherInnen untersuchten das Sexual- und Beziehungsleben von 1.683 heterosexuellen Paaren, die vor kurzem geheiratet hatten. 87 Prozent der Ehemänner gaben an, beim Sex regelmäßig zum Orgasmus zu kommen. Bei den Ehefrauen waren es nur 49 Prozent. Aber, und das ist besonders erstaunlich: 43 Prozent der Ehemänner, also fast die Hälfte, hatte einen völlig falschen Eindruck davon, wie oft ihre Frauen zum Höhepunkt kommen. Nicht nur, dass die Männer öfter Orgasmen hatten, es ist ihnen nicht bewusst, dass die Frauen nicht kommen.

Je mehr Orgasmen die Frau angeblich hat, desto zufriedener sind Männer

Wie zufrieden Frauen und Männer mit ihren Beziehungen sind, hängt direkt von der Qualität der sexuellen Kommunikation zwischen Mann und Frau ab. Je mehr und besser die Ehepaare miteinander über Sex sprachen, desto zufriedener sind sie auch in der Beziehung.

Bei der sexuellen Zufriedenheit ergeben sich erstaunliche Unterschiede zwischen Ehefrauen und Ehemännern: Die sexuelle Zufriedenheit der Ehefrauen hängt hauptsächlich von der Anzahl ihrer Orgasmen ab, die sexuelle Kommunikation kommt erst an zweiter Stelle. Bei den Ehemännern hängt die sexuelle Zufriedenheit hauptsächlich davon ab, wieviele Orgasmen ihre Frauen ihrer Wahrnehmung nach haben. Umso spannender, wenn man bedenkt, dass diese Wahrnehmung offenbar weit an der Wahrheit vorbeigeht. An zweiter Stelle folgt bei Männern ebenfalls die sexuelle Kommunikation.

Das Studiendesign verwendet, als eines der wenigen in Untersuchungen zur Differenz zwischen Orgasmushäufigkeit und Wahrnehmung von Sexualität, eine binäre Datengewinnung: beide Teile eines Systems, in diesem Fall also beide Ehepartner, wurden befragt. Die Paare gaben in verschiedenen Fragebögen an, wie zufrieden sie in ihrer Beziehung und mit ihrem Sexualleben waren. Aus den Ergebnissen entwickelten die ForscherInnen ein quantitatives Modell. Die Studie behandelt allerdings nur heterosexuelle Beziehungen, in weiteren Forschungstätigkeiten würden die WissenschafterInnen auch LGBTQ-Beziehungen miteinbeziehen.

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