Durch diese Phasen gehen gerade alle im Home Office

Von eifrigem Organisieren mit pastellfarbenen Textmarkern und Post-its bis zu "Ich wollte meine Haare eh immer schonmal ausfetten lassen."

Home Office

Keine Frage, das Arbeiten von Zuhause mag viele Vorteile haben – sofern man grundsätzlich daheim ein halbwegs ruhiges Arbeitsumfeld schaffen kann. Aber trotzdem: Die Vorstellung ist manchmal doch ein bisserl romantischer als die Realität, denn wir alle machen grad Ähnliches durch, wetten?

Phase 1: Okay, los geht’s. Du brauchst Routinen und einen strukturierten Arbeitsplatz.

In jedem Ratgeber zum Thema Home Office steht sinngemäß das gleiche: Das Beibehalten von Routinen sei genauso wichtig wie ein aufgeräumter Schreibtisch. Das klappt anfangs ganz gut: Fein säuberlich werden die pastellfarbenen Textmarker platziert, Post-its bereitgelegt und eine Wasserkaraffe neben den Laptop gestellt. Vorm Dienstantritt ziehst du zu Beginn sogar noch echte Hosen an, hast gewaschene Haare und vielleicht sogar ein bisserl Concealer im Gesicht.

Phase 2: Du realisiert, dass Home Office auch bedeutet, jederzeit snacken zu können.

Du lernst langsam die wahren Vorteile von Home Office, nach denen du dich gesehnt hast, wahrhaftig kennen: Freie(re) Zeiteinteilung. Und das heißt in weiterer Linie vor allem auch, dass du halt abends ein bissi länger sitzt, aber dir so jederzeit einen kleinen Happen (read: zweites und drittes Frühstück) genehmigen kannst – ganz ohne die judgy Blicke von Karin aus der HR oder Doris aus dem Marketing. Noms!

Phase 3: Du erkennst, dass echte Hosen im Home Office mehr als unnötig sind.

Nach zahlreichen Snack Attacks (no regrets!) und nachmittags immer häufiger geöffneten Hosenknöpfen bemerkst du, dass du eigentlich gleich in gemütliche Hosen wechseln könntest. Ja, in den Ratgebern steht zwar immer, dass man sich auch im Home Office halbwegs office appropriate herrichten soll, aber man wird ja wohl Abstriche machen dürfen. Duschen gehst du ja eh weiterhin und schließlich sieht eh niemand deine Pyjamahosen.

Phase 4: Die Körperhygiene lässt nach.

Apropos "Sieht ja niemand", denkst du. Dann könnte man das mit dem Haarewaschen ja auch noch ein bisserl rauszögern. Du wolltest eh immer schonmal deine Haare ordentlich ausfetten lassen. Du realisierst außerdem – so bequem die Pyjamahosen auch sind: No pants are the best pants.

Phase 4 endet damit, dass du realisierst, dass du am nächsten Tag das erste Team-Meeting via Videokonferenz hast. Du nimmst dir fest vor, dann eben doch noch deine Haare zu waschen und legst für den nächsten Tag eine Bluse raus.

Phase 5: Die Verwahrlosung erreicht ihren Höhepunkt.

Du hast dir natürlich nicht die Haare gewaschen, entschuldigst dich stattdessen bei deinen Kolleg*innen, dass dein Internet schon wieder so mies ist und du deshalb besser die Kamera ausschaltest, um die Verbindung zu schonen.

Später am Klo öffnest du unabsichtlich die Frontkamera deines Handys (kein Wunder, hast du doch längst einen neuen Fingerprint angelegt, damit dein Smartphone deinen Fingerabdruck auch mit Chipsfett beschmiert erkennt), du siehst dich selbst und merkst: Die Verwahrlosung hat ihren Höhepunkt erreicht – und du jegliches Gefühl für Raum und Zeit verloren.

Phase 6: Du vermisst deine Kolleg*innen.

Du sprichst mittlerweile mit deinen Pflanzen und versuchst am Fenster Tauben anzulocken, als du realisierst: Home Office ist toll, Snacks sind geil, aber ein bisserl fehlen sie dir schon, deine Kolleg*innen. Ihr macht euch ein Facetime-Spritzerdate aus, das du auch gleich als Anlass nimmst, tatsächlich wieder mal deine Haare zu waschen. Danach gehst du zurück zum Start und beginnst wieder bei Phase 1.

 

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