Du wachst jede Nacht zur gleichen Zeit auf? Woran es liegen könnte

Langsam wird’s gruselig: Seit einer Woche wachst du jede Nacht um die gleiche Uhrzeit auf. Du fragst dich, warum? Wir verraten's dir.

Frau liegt im Bett

Du wachst mitten in der Nacht auf, um dich herum ist es stockfinster, du tastet nach deinem Handy, das noch irgendwo in deinem Bett rumkugelt (jaja Handys soll man nicht ins Bett nehmen, aber wie sollst du sonst deinen Lieblings-Podcast hören??), ein verschwommer Blick auf’s Display: 03:19 Uhr. Genauso wie gestern. Und die Nacht davor. Und die davor. What kind of sorcery is this??, fragst du dich? Wir haben die Antwort.

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Stress und Sorgen lassen uns aufwachen

Nach einer Studie von Philips Healthcare wachen 67% aller Erwachsenen weltweit mindestens ein Mal pro Nacht auf. Meist schlafen wir gleich darauf ohne Probleme wieder ein. Beibt es allerdings bei längeren Wachphasen, kann es dazu führen, dass wir uns tagsüber müde und geschlaucht fühlen.

Mark Aloia von Philips Healthcare vermutet, dass regelmäßiges Aufwachen zur gleichen Zeit stressbedingt ist. "Oft schlafen wir von Sorgen geplagt ein und verarbeiten diese dann in bestimmten Phasen unseres Schlafes", erklärt Aloia gegenüber HuffPost. "Dabei wachen wir oft auf, da wir es nicht schaffen, unsere Gedanken und Gefühle vollständig zu verarbeiten“. Da die Phase, in der wir Erlebtes verarbeiten, immer etwa zur gleichen Zeit nach dem Einschlafen auftritt, wachen wir also oft zur gleichen Zeit in der Nacht auf.

Sorgen vor dem Schlafengehen aufschreiben

Aloia emfpiehlt daher allen, die vom regelmäßigen Aufwachen in der Nacht geplagt sind, Sorgen und Gedanken vor dem Schlafengehen in einem Tagebuch aufzuschreiben. Auf diese Weise verarbeiten wir die Dinge, die uns beschäftigen, besser und werden seltener in der Nacht von Unterbrechungen des Schlafs gestört.

Ein weiterer Faktor, der uns dazu bringt, unruhig zu schlafen oder öfter aufzuwachen ist, wenn wir unerwünschte Ereignisse erwarten, also zum Beispiel, dass ein Baby in der Nacht schreit. Bereits die Sorge, dass wir es nicht schaffen, die Nacht durchzuschlafen, lässt uns schlechter schlafen und leichter aufwachen.

Durschlafen trainieren

Wenn ihr also seit Längerem von nächtlichem Erwachen geplagt seid, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Sorge: Ihr könnt euch nämlich angewöhnen, wieder durchzuschlafen. Dafür ist es wichtig, in eine regelmäßige Schlafroutine zu kommen. Expert*innen vom Better Sleep Council empfehlen, 30 Minuten vor eurer gewünschten Einschlafzeit mental "runterzufahren" und auf alles, was ablenken oder das Hirn zu sehr stimulieren könnte, zu verzichten (also weg mit dem Smartphone).

Auch die richtige Zimmertemperatur ist ausschlaggebend. Tendenziell schlafen die meisten Menschen besser, wenn es etwas kühler im Raum ist. Darüber hinaus sollte jeden Tag die gleiche Aufwach- und Einschlafzeit beibehalten werden, auch am Wochenende.

Nicht auf die Uhr schauen

Wenn ihr in der Nacht auf dir Uhr schaut, rechnet ihr vermutlich auch automatisch aus, wie lange ihr noch schlafen könnt – das ist allerdings gar nicht gut. Auf diese Weise stresst ihr euch noch mehr und macht es euch selbst schwerer, wieder einzuschlafen. Auch ein leuchtender Bildschirm sorgt dafür, dass euer Schlaf gestört wird. Am besten also gar keine Uhr in Bettnähe aufbewahren.

Einschlafen nicht erzwingen

Ein weiterer Tipp ist, das Einschlafen nicht zu forcieren. Zugegeben, das klingt jetzt ein bisserl widersprüchlich. Was damit gemeint ist: Wenn ihr nach 15 bis 20 Minuten nicht eingeschlafen seid, dann wälzt euch nicht verzweifelt im Bett umher, sondern steht nochmal auf und lenkt euch mit einer entspannenden Tätigkeit ab: Macht euch zum Beispiel eine Tasse Tee, malt ein bisschen im Coloring Book oder hört ein Hörbuch. So schenkt ihr eurem Einschlaf-Problem nicht zu viel Aufmerksamkeit, könnt besser abschalten und letztendlich schneller ins Land der Träume verschwinden.

 

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