Du kannst nicht aufhören, nachts zu essen? Stell dir diese 5 Fragen

Den ganzen Tag was Gscheits gegessen, dafür gibt's spätabends Käsetoast und Schokoriegel? Kennen viele von uns. Wenn du damit Schluss machen willst, kann dieser Wegweiser helfen.

Frau nachts vor einem beleuchteten Kühlschrank

Das kennen viele von uns: Untertags essen wir gesund und zu (halbwegs) vernünftigen Zeiten. Scheinbar nur, um dann, sobald es dunkel wird, das Junk Food auszupacken und kurz vor dem Schlafengehen noch schnell eine halbe Tafel Schokolade zu vernichten. Was ist der Grund dafür? Geht unsere Willenskraft um 18 Uhr ins Bett?

Das beste Mittel gegen Late-Night-Snacking, das uns schlecht schlafen lässt und alles andere als gesund ist, ist: Der Sache auf den Grund gehen. Und zwar wirklich.

Warum greifst du nachts zu Schokolade, Chips und Co.?
5 harte, aber wichtige Fragen

1. Suchst du nach einer magischen Lösung?

Das 2-Minuten-Workout, das dich für immer fit sein lässt? Die eine Budget-App, mit der du von heute auf morgen nicht mehr Geld für unnötige Dinge ausgibst? Wir haben sie alle schon gesucht. Fakt ist: Es gibt sie nicht. Möchtest du fitter werden, musst du regelmäßig Sport machen. Möchtest du gesunde Zähne, musst du Zähne putzen und Zahnseide benutzen. Möchtest du mit dem Late-Night-Snacken aufhören, setz dir ein realistisches Ziel und sei dir bewusst, dass das Ändern dieser Gewohnheit nicht leicht sein wird. Was hilft: Wenn es besonders schwierig ist, heißt das, dass du etwas veränderst. Also sieh die Momente, in denen du am liebsten aufgeben möchtest, als Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist.

2. Erkennst du den Unterschied zwischen körperlichem und emotionalem Hunger?

Ohne Umschweife: Wenn du um 18 Uhr zu Abend gegessen hast und um 21 Uhr Lust auf Essen hast, dann ist es kein körperlicher Hunger. Was du erlebst, ist emotional begründet, Essen soll jetzt einen anderen Zweck erfüllen.
Isst du, weil dir langweilig ist, du Angst hast, dich einsam fühlst?
Isst du, um dich zu belohnen?
Isst du, um nicht nicht zu essen?

Körperlicher Hunger kommt stufenweise. Wenn du länger nicht gegessen hast, wird der Hunger immer stärker. Emotionaler Hunger hingegen kommt plötzlich und dringlich.

3. Bist du bereit, die Verantwortung zu übernehmen?

Du entscheidest, ob du dir Schuhe kaufst. Ob du ein Buch liest oder das Handy zur Hand nimmst. Eine Tatsache, die viele von uns gerne ignorieren: Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen wir selbst und niemand sonst. Es ist nicht die Schuld deiner Freundin, die Kuchen gebacken hat. Es ist nicht die Schuld deines*r Partner*in, die*der schon wieder Lust auf Burger hatte.

Und es geht auch nicht darum, dass du dich selbst nicht kontrollieren könntest. Hol dir die Kontrolle zurück, sei dir deiner Entscheidungen bewusst!

4. Möchtest du wirklich damit aufhören, nachts zu essen?

Klar, denkst du, sonst wär ich ja nicht hier. Dann denk noch einmal nach. Vielleicht ist deine Antwort doch eher "Nein, möchte ich nicht. Ich esse gerne spätabends noch was, das entspannt mich und fühlt sich gut an, wenn auch vielleicht nur kurz."
Wenn du damit aufhörst, aus Langeweile, Traurigkeit oder Einsamkeit abends zu essen, musst du dich mit unangenehmen Gefühlen auseinander setzen. Wie füllst du dann die Langeweile? Entkommst der Traurigkeit?
Dagegen hilft: eine Liste. Oder besser zwei. Schreibe zuerst auf - und sei dabei wirklich ehrlich - warum du in der Nacht isst. Und dann schreibst du eine zweite Liste mit Gründen, warum du damit aufhören willst. Weil du dann schlecht schläfst. Oder weil du dich am nächsten Morgen nicht wohl fühlst.
Denk das nächste Mal daran, wenn du auf dem Weg zur Schoki-Lade bist oder die Zutaten für den Käsetoast aus dem Kühlschrank kramst. Zu wissen, was du willst und vor allem brauchst hilft dir auf diesem Weg enorm weiter.

5. Was wirst du machen, wenn die Panik einsetzt?

Es wird der Moment kommen, wo dein Körper so tut, als wüsste er nicht von deinem Plan und den Gedanken, die du dir über nächtliche Mahlzeiten gemacht hast, und vor allem deinem Willen, etwas zu ändern. Hol dir Unterstützung von deinen Freund*innen, setzt gemeinsam euren Plan um - dann geht's bestimmt leichter. Und man kann sich gegenseitig an den Plan erinnern, wenn's nötig ist, der Tag schlecht war und die Schoko-Lade so verlockend ist.

 

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